Ernährung und Vitalstoffe
Esst mehr Suppen!
Suppe - der neue Trend?
Sogenannte Suppenbars entwickeln sich in Deutschland immer mehr zum Trend. Diese neue Art der Gastronomie bietet Berufstätigen oder Menschen mit kleinem Appetit einen idealen Ort, um mit gutem Gewissen den Hunger zu stillen. Das Angebot wechselt meist wöchentlich, richtet sich nach der Jahreszeit und alle Suppen und Eintöpfe weisen verschiedene Merkmale auf. So können sie scharf, vegetarisch, milchfrei, fettfrei oder fettarm sein. Da drängt sich die Frage auf: Was hat diese Liebe der Deutschen zur Suppe entfacht? Es gibt viele Gründe, die den steigenden Suppenverzehr erklären. Der sicherlich naheliegendste ist, dass in einem durch Leistungs- und Zeitdruck geprägten Alltag eine schnelle Suppe einer vollwertigen Mahlzeit gleichkommt. Das soll jedoch nicht heißen, dass eine gute Suppe oder Brühe immer nur schnell und unkompliziert zuzubereiten ist. Ganz im Gegenteil. Ernährungsbewusste Menschen wissen, dass eine vitalstoffreiche Suppe mit viel buntem Gemüse und frischen Kräutern durchaus ihre Zeit benötigt und nichts mit einer Tütensuppe gemeinsam hat. Wer sich jedoch die Mühe macht, seine Suppe selbst zu kochen, hat länger etwas vom Suppenglück, wenn er gleich etwas mehr davon zubereitet. So kann der Zaubertrank in Portionen eingefroren oder die schlichte Gemüsesuppe vom Vortag mit Reis, Nudeln oder Kartoffeln zu einem leckeren Eintopf erweitert werden.
Suppe: ein Zaubertrank
Schon vor rund 6.000 Jahren wurde aus einfachen Zutaten wie Haferschleim Brei gekocht. Die ersten Suppen waren mit Brot oder Klößchen angereichert. Die Zugabe von Suppengemüse verwandelte die Flüssignahrung in ein vitamin- und mineralstoffreiches Gericht. Später sorgten Zutaten wie Fleisch, Geflügel, Wild oder Fisch dafür, dass Suppen eine vollwertige Mahlzeit darstellten. Heute sind sie meist leichter und bekömmlicher. Auch exotische Rezepte und Kaltschalen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, wie beispielsweise die Misosuppe, die die Japaner vor allem zum Frühstück zusammen mit Reis verzehren. Miso ist eine fermentierte Sojapaste, die reich an Isoflavonen ist. Isoflavone sind sekundäre Pflanzenstoffe, die eine östrogenähnliche Struktur haben und typische Wechseljahresbeschwerden mildern können.
A "soup" a day keeps the doctor away?
Es liegt in der Natur der Suppe, dass sie Wärme spendet und Energie liefert - selbst die kalten Varianten wie beispielsweise die spanische Gazpacho. Für ihre Zubereitung werden viele Tomaten benötigt, die reichlich Lycopin enthalten. Zur gesundheitlichen Vorbeugung sind täglich sechs Milligramm Lycopin ideal, was dem Verzehr von zwei mittelgroßen Tomaten am Tag entspricht. Gazpacho ist also nicht nur leicht und vitalstoffreich, sondern weist auch antioxidative Effekte auf. Wissenschaftliche Untersuchungen deuten zudem darauf hin, dass eine gute Lycopinversorgung mit einem reduzierten Risiko für bestimmte Krebserkrankungen in Verbindung gebracht werden kann. Sobald die nasskalte Jahreszeit beginnt, steht uns der Sinn nach warmer und sättigender Nahrung. Dafür sind keine fett- und kalorienreichen Zutaten notwendig: Wintergemüse wie beispielsweise Kürbis ist unter anderem reich an Beta-Carotin und besitzt aufgrund seines hohen Wasser- und Kaliumanteils einen harntreibenden Effekt. Alle roten oder gelben Gemüsesorten wie Mohrrüben und Paprika enthalten reichlich Beta-Carotin. Lange Zeit wurde diesem sekundären Pflanzenstoff einzig die Funktion als Vitamin-A-Vorstufe zugeschrieben. Heute weiß man aber, dass Beta-Carotin als Antioxidans auch Freie Radikale abfangen und somit das Risiko von Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen verringern kann. Generell gilt, dass die im Gemüse enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe die Herzgesundheit positiv beeinflussen können.
Allerlei Gemüse im Topf zur Suppe vereint, versetzt uns nicht nur in Großmutters Zeiten zurück, sondern ist zudem leicht verdaulich. Da die im Gemüse enthaltenen Vitalstoffe nicht mit dem Kochwasser weggeschüttet werden, sondern in der Suppe verbleiben, finden Suppen auch bei Diäten und Fastenkuren Verwendung. Bohnenhaltige Suppen werden von Vegetariern aufgrund ihres hohen Eiweiß- und Ballaststoffgehalts geschätzt.
Wer ein bisschen kränkelt, sich schwach fühlt oder unter einem akuten Verdauungsproblem leidet, der kräftigt seinen Körper am besten mit einer Suppe. So kann eine Fleischbrühe bei fiebriger Erkältung die Regeneration des Immunsystems fördern. Japanische Wissenschaftler stellten fest, dass Hühnersuppe nicht nur bei Erkältung hilft, sondern möglicherweise auch bei hohem Blutdruck. Dabei scheinen Hühnerbeine oder -füße in der Suppe wirkungsvoller zu sein als die Hühnerbrust. Diese Geflügelteile enthalten Eiweiße, die ähnlich wie ACE-Hemmer wirken, die als Blutdrucksenker eingesetzt werden. Bei Völlegefühl und Magen-Darm-Problemen kann dagegen eine Karottensuppe helfen.
MEDICOM-Experten-Rat
Das Risiko, beispielsweise an Krebs zu erkranken, lässt sich mit einer guten Vitalstoffversorgung mindern.
Der richtige Pfiff: Gewürze
Welche Zutaten in eine Suppe kommen, kann letztendlich ganz der Fantasie überlassen werden. Doch das Salz in der Suppe macht nicht immer das Salz selbst aus. Menschen, die sich salzarm ernähren müssen oder wollen, sollten sich die Fülle an Kräutern und Gewürzen, die die Natur bietet, zunutze machen. Sie machen aus einem gewöhnlichen Eintopf nicht nur ein sinnliches Erlebnis, sondern enthalten auch gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe. Kurkuma beispielsweise regt den Gallenfluss an und wird daher gern bei Verdauungsstörungen eingesetzt. Darüber hinaus wurden in wissenschaftlichen Studien entzündungshemmende und leberschützende Effekte festgestellt, die aber noch nicht abschließend untersucht sind. Chili, eine sehr scharf schmeckende dunkelrote Schote, kann aufgrund des enthaltenen Capsaicins die Verdauung anregen. Ingwer schmeckt würzig-scharf, regt - genau wie Pfeffer - den Appetit an und ist verdauungsfördernd. Folgende Küchenkräuter beziehungsweise Heilpflanzen geben jeder Suppe eine exotische Note: Petersilie ist nicht nur dekorativ, sondern enthält viel Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen. Bohnenkraut fördert die Verdauung und trägt dazu bei, Blähungen zu mildern, die Gerichte mit Hülsenfrüchten häufig hervorrufen. Schließlich können die Inhaltsstoffe des Knoblauchs altersbedingten Gefäßveränderungen vorbeugen und besitzen blutdrucksenkende Effekte. Grund genug, diese und andere Heilpflanzen öfter in der Küche einzusetzen.
Buch-Tipp
33 magische Suppen
Marion Grillparzer, Martina Kittler, Cora Wetzstein
Gräfe und Unzer Verlag, 144 Seiten mit ca. 35 Farbfotos, 2008
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