Diabetes mellitus
Kann Kaffee vor Diabetes mellitus schützen?
Die Forscher um Studienleiter Dr. Frank Hu von der Harvard School in Boston führten eine Studie an 126.210 Probanden durch. Über einen Zeitraum von bis zu 18 Jahren sammelten die Wissenschaftler Daten über den Kaffeekonsum der Männer und Frauen. Diese brachten sie in Zusammenhang mit aufgetretenen Diabeteserkrankungen. Im Ergebnis reduzierte sich das Risiko von Männern, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, bei einem Konsum von sechs oder mehr Tassen Kaffee pro Tag um 50 Prozent - bei Frauen immerhin um 30 Prozent. Ob dieser Effekt durch den täglichen Muntermacher ausgelöst wird oder in Abhängigkeit zu den speziellen Lebensgewohnheiten von Kaffeetrinkern steht, vermögen die Wissenschaftler zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu sagen, obwohl in der Studie Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel mit berücksichtigt wurden. Die Ergebnisse werden in der Fachwelt kontrovers diskutiert. Denn Diabetes Typ 2 entsteht, wenn die Körperzellen nicht mehr auf Insulin reagieren. Dadurch steigen die Blutzuckerwerte und auch Herzschäden als Spätfolgen sind nicht auszuschließen. Insofern steht der Konsum von Kaffee eigentlich den Studienergebnissen gegenüber. Denn auch Kaffee erhöht die Blutzuckerwerte, vermindert die Reaktion auf Insulin und müsste somit das Diabetesrisiko eigentlich verstärken. Die erhaltenen Studienergebnisse sagen aber genau das Gegenteil aus.
Eine Erklärung könnte man in den Kaffeeinhaltsstoffen Kalium und Magnesium finden. Zudem könnten Antioxidantien im Kaffee eine Rolle spielen. Denn diese können die körpereigenen Freien Radikale unschädlich machen und so der Entwicklung des sogenannten Altersdiabetes entgegenwirken. Der Koffeingehalt als bestimmender Faktor lässt sich übrigens ausschließen. Eine Studie der Universität Minnesota an über 28.000 Frauen kam zu dem Schluss, dass entkoffeinierter Kaffee das Diabetesrisiko sogar noch deutlicher senkt. Auch die Zubereitungsmethoden als Cafè Latte, Cappuccino oder Espresso sowie die übliche Filtermethode wurden als Faktoren ausgeschlossen.
Eine generelle Empfehlung, viel Kaffee zu trinken, um Diabeteserkrankungen vorzubeugen, wollen die Wissenschaftler trotzdem nicht aussprechen. Erstens können mit dem Kaffeekonsum andere Nebenwirkungen wie Nervosität und Schlaflosigkeit einhergehen. Zweitens müssen Folgestudien durchgeführt werden, um den Zusammenhang zwischen Kaffee und den Blutzuckerwerten besser zu verstehen. Die gesamten Studienergebnisse des Teams um Dr. Frank Hu sind im Fachmagazin „Annals of Internal Medicine“ nachzulesen.
Der Zusammenhang zwischen Kaffee und Diabetes ist somit momentan noch umstritten. Gut belegt ist dagegen der Nutzen eines der ältesten Gewürze der Welt: Zimt. Bereits vor 4.000 Jahren wurde es von Ägyptern, Indern und Chinesen als Heilmittel genutzt. Eine pakistanische Studie bestätigt die Wirkung des pflanzlichen Mittels zur diätetischen Unterstützung. Drei bis sechs Gramm Zimt pro Tag können den Nüchternglucosespiegel sowie die Triglyceridwerte, das LDL-Cholesterin und das Gesamtcholesterin senken. Eine vergleichbare Menge an Zimtinhaltsstoffen können Diabetiker auch durch spezielle diätetische Produkte mit wässrigem Zimtextrakt zu sich nehmen.

