Ratgeber

Vitamine

Niacin: der Energieüberträger

Niacin ist wichtig für den Auf- und Abbau von Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten und wird zur Energiegewinnung benötigt.

In welchen Lebensmitteln ist Niacin enthalten?

In Fisch, Geflügel, Rindfleisch, Erdnüssen, Naturreis, Weizenvollkornbrot, Weizenkeimen und Hefe.

Herkunft - Funktion - Versorgung

Niacin wurde erst 1936 entdeckt und ist damit ein relativ junges Mitglied des Vitamin-B-Komplexes. Ursprünglich als Vitamin PP oder PPF bezeichnet, wurde es später in die B-Gruppe eingeordnet, da es wie die anderen B-Vitamine als Cofaktor von Enzymen fungiert. In Lebensmitteln kommt Niacin als Nicotinsäure oder Nicotinamid vor - die aber beide nichts mit dem in Tabak enthaltenen Gift Nikotin zu tun haben. Im Körper wird Niacin in die Coenzyme NAD und NADP umgewandelt. Diese sind in der Lage, Wasserstoff an sich zu binden oder abzugeben. Dadurch unterstützen sie bestimmte Enzyme, die Dehydrogenasen, die vor allem im Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel eine wichtige Rolle spielen. Auch das genetische Material der Körperzellen benötigt Niacin. Es ist ebenso wichtig für die Haut, denn es hilft bei der Kollagen- und Pigmentbildung. Außerdem ist Niacin an der Bildung von Neurotransmittern beteiligt, also an Substanzen, die die Reizweiterleitung im Nervensystem steuern. Ein Niacinmangel verursacht das Krankheitsbild der Pellagra, daher auch seine frühere Bezeichnung Vitamin PPF (= pellagra preventing factor). Die Krankheit äußert sich durch Hautveränderungen, Durchfall und Appetitlosigkeit.

Verwendung von Niacin

  • Mangelsituationen: z.B. durch Fehlernährung, Erkrankungen des Verdauungstraktes oder durch andauernde Medikamenteneinnahme bei chronischen Erkrankungen (z.B. bestimmte Psychopharmaka).
  • Erhöhter Bedarf: in Schwangerschaft und Stillzeit, bei Dialysebehandlung.
  • Fettstoffwechselstörungen: Nicotinsäure kann den Cholesterinspiegel senken und die Blutgefäße kurzfristig erweitern. Dieser Effekt ist nur durch sehr hohe Dosierungen zu erzielen und mit einigen Nebenwirkungen verbunden. Daher wird Nicotinsäure bei erhöhten Cholesterinspiegeln kaum noch eingesetzt.

Fehlt Ihnen Niacin?

Schon bei einem zutreffenden Punkt könnte Ihre Versorgung mit Niacin zu knapp sein:

  • Essen Sie wenig Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte?
  • Essen Sie kaum Fisch?
  • Leiden Sie an Erkrankungen des Verdauungstrakts?

Wie viel Niacin braucht der Körper?

Tagesdosis Niacin in mg
*Ab dem 4. Monat der Schwangerschaft.
Quelle: DGE (vereinfacht)
Säuglinge Männlich Weiblich
0 - 4 Monate 2
4 - 12 Monate 5
Kinder
1 - 4 Jahre 7
4 - 7 Jahre 10
7 - 10 Jahre 12
10 - 13 Jahre 15 13
13 - 15 Jahre 18 15
Jugendliche u. Erwachsene
15 - 19 Jahre 17 13
19 - 25 Jahre 17 13
25 - 51 Jahre 16 13
51 - 65 Jahre 15 13
65 Jahre u. älter 13 13
Schwangere   15*
Stillende   17