Ratgeber

Essen und Gesundheit 18.02.2010

Kohlenhydrate und Fette

Kohlenhydrate und Fette sind wichtiger Bestandteil der Ernährung. Doch welche Funktionen erfüllen sie genau in unserem Organismus? Was können Fett- und Kohlenhydratblocker bewirken?

Kohlenhydrate – Energie der ersten Stunde

Kohlenhydrate kennen wir vor allem als Bestandteil der Nahrung beispielsweise in Form von Stärke oder Traubenzucker (Glukose). Produziert wird dieser wichtige Energielieferant von Pflanzen: Bei der sogenannten Fotosynthese (Assimilation – Aufbau von Stoffen) entsteht aus Kohlendioxid (CO2) und Wasser (H2O) mithilfe von Sonnenenergie nicht nur Sauerstoff, auch Kohlenhydrate werden synthetisiert. Damit ist die Fotosynthese der bedeutendste und gleichzeitig älteste biochemische Prozess der Erde: Sie treibt nahezu alle bestehenden Ökosysteme an, da sie Menschen und Tieren lebensnotwendige Baustoff- und Energiequellen liefert.

Was Sonne und Brot miteinander zu tun haben

Die produzierte Glukose wird zu verschiedenen Kohlenhydraten weiterverarbeitet. Manche Pflanzen speichern auch Fette, zum Beispiel in Form von Früchten wie Nüssen oder Sonnenblumenkernen. In den meisten Pflanzen wird die Glukose aber in Form von Stärke in Früchten, Samen und anderen Pflanzenteilen aufbewahrt. Bekannt dafür sind Kartoffeln, Mais und schließlich Getreide, aus dem wir unser Grundnahrungsmittel Brot herstellen können. Pflanzen sind aufgrund dieser Fähigkeit in Sachen Energieerzeugung absolute Selbstversorger, denn neben der Sonneneinstrahlung als Energielieferant benötigen sie als Nahrung lediglich Kohlendioxid und Wasser.

Im Grunde genommen ist Traubenzucker somit gespeicherte Sonnenenergie. Anders sieht es beim Menschen aus: Er ist darauf angewiesen, Kohlenhydrate mit der Nahrung aufzunehmen. Mithilfe von Sauerstoff baut er die aufgenommenen Nährstoffe wieder ab. Dabei verbraucht der Körper die aufgenommene Energie. Endprodukte dieses Vorgangs sind Kohlendioxid und Wasser, die wieder abgegeben werden – der Kreislauf schließt sich.

Einteilung der Kohlenhydrate

Kohlenhydrate gehören also zu den energiereichen Grundnährstoffen, die in der Natur weitverbreitet sind und aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff bestehen. Zu ihnen zählen alle Zucker- und Stärkearten und fast alle Ballaststoffe. Kohlenhydrate werden nach der Größe ihrer Moleküle in verschiedene Gruppen eingeteilt: Monosaccharide sind Einfachzucker mit drei bis neun Kohlenstoffatomen (C) im Molekül. Entsprechend wird zwischen Triosen (C3), Tetrosen (C4), Pentosen (C5), Hexosen (C6) etc. unterschieden. Für die Energiegewinnung von besonderer Bedeutung sind Hexosen, zu denen unter anderem Glukose, Fruktose und Galaktose zählen. Wichtigster Energieträger ist die Glukose, die jedoch nur in Traubenzucker als reiner Zucker vorliegt, ansonsten Bestandteil von Zwei- und Mehrfachzuckern ist.

Zellen brauchen Glukose

Für den menschlichen Organismus sind Kohlenhydrate – speziell die Glukose – in erster Linie Energielieferanten. Während die meisten Zellen auch andere Nährstoffe zur Energiegewinnung verwenden können, sind das Gehirn und die Blutzellen ausschließlich auf Glukose angewiesen. Dabei verläuft die Aufnahme ins Blut und in die Zellen unterschiedlich schnell: Einfach- und Zweifachzucker gelangen rasch in Blut und Zellen und liefern „schnelle Energie“ für den sofortigen Bedarf. Stärke und längerkettige Dextrine (Abbauprodukte von Stärke) müssen hingegen vorher verdaut, das heißt zu Glukose abgebaut werden. Dieser Prozess beginnt bereits im Mund mit der Aufspaltung der Stärke durch die im Speichel enthaltenen Enzyme (Amylase). Die eigentliche Kohlenhydratverdauung und -aufspaltung geschieht jedoch im Darm. Hier werden die im Darm produzierten Enzyme, die Pankreasamylase und Maltase, aktiv und wandeln Stärke in Glukose um, die erst nach und nach in Blut und Zellen transportiert wird. Somit garantiert Stärke eine gleichmäßige Energieversorgung der Zellen, die „länger vorhält“.

Bedarf und tatsächliche Zufuhr

An der täglichen Energiezufuhr sollten Kohlenhydrate einen Anteil von 50 bis 60 Prozent haben. Der Großteil der Kohlenhydratzufuhr sollte aus stärke- und ballaststoffhaltigen Lebensmitteln wie Vollkornprodukten, Kartoffeln, Obst oder Gemüse bestehen, da diese in der Regel zugleich reich an lebensnotwendigen Vitaminen und Mineralstoffen sind. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt daher einen täglichen Verzehr von 650 Gramm der Kohlenhydratträger Obst und Gemüse. Studien zufolge trägt dies zudem zur Prophylaxe gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs bei. Der reale Anteil an der Ernährung liegt in Deutschland allerdings im Durchschnitt nur etwa bei der Hälfte der empfohlenen Menge.

Nahrungsfette als Energiespeicher

Nahrungsfette werden – ebenso wie Kohlenhydrate – im Körper als Energielieferanten eingesetzt. Doch der physiologische Brennwert von Fetten, also die Wärmemenge, die beim Abbau von Nährstoffen im Organismus anfällt, ist doppelt so hoch wie der von Kohlenhydraten. Daher eignen sich Fette bestens als Energiespeicher: In Form von Fettdepots kann der menschliche Organismus Energie in größeren Mengen auf „die hohe Kante“ legen. Nahrungsfette können auf unterschiedliche Art kategorisiert werden. Nach der Herkunft unterteilt man sie in tierische und pflanzliche Fette. Der Grundaufbau von Nahrungsfetten ist im Grunde immer gleich: drei Fettsäuren plus Glycerin.

Aber die Fettsäuren haben einiges an Variationen zu bieten: Es gibt kurzkettige und langkettige sowie gesättigte und einfach und mehrfach ungesättigte. Zur Verdauung des Nahrungsfettes ist es notwendig, die wasserunlöslichen Triglyceride in eine wasserlösliche und damit absorbierbare Form zu überführen. Der Verdauungsprozess ist daher viel aufwändiger als der bei Kohlenhydraten.

Funktionen im menschlichen Organismus

Körperfette dienen als Stütze und Polster für innere Organe und Knochen – zum Beispiel als Schutz gegen mechanische Einwirkungen. Körperfette isolieren infolge ihrer geringen Wärmeleitfähigkeit hervorragend und schützen damit den Körper vor Wärmeverlust. Außerdem kann die Absorption der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K nur in Zusammenhang mit Nahrungsfetten erfolgen. Fette sind also lebensnotwendig und besser als ihr Ruf. Doch wie bei so vielem im Leben kommt es auch hier auf das richtige Maß an. Stimmt es nicht, isst man beispielsweise zu wenig oder zu viel Fett, dann können Vitaminmangel oder hohe Blutfettwerte die Folge sein. Außerdem ist Fett einer der Hauptschuldigen für starkes Übergewicht (Adipositas). Die Menge an normalem Körperfett kann zwar stark variieren: Acht bis 15 Kilogramm sind beim gesunden Mann und zehn bis 20 Kilogramm bei der gesunden Frau normal. Bei adipösen Menschen liegt der Körperfettanteil aber weit über dem Normalen und kann über 100 Kilo betragen. Ein maßvoller Umgang mit diesem Nahrungsbestandteil sowie die richtige Fettzusammensetzung tragen daher viel zum Erhalt der Gesundheit bei. Außerdem gilt: Fett ist nicht gleich Fett.

Gute Fette – schlechte Fette

Ob ein Fett gesundheitsförderlich ist oder uns schadet, hängt auch von seiner Herkunft ab. Gesättigte Fettsäuren, wie sie in Fleisch, Wurst oder Milchprodukten vorkommen, sind reine Brennfette, erhöhen die Blutfette und werden bei Überschuss als Speicherfett in die Fettzellen eingelagert. Ungesättigte Fettsäuren hingegen dienen als Bau- und Funktionsfette. Sie haben einen positiven Effekt auf den Fettstoffwechsel, wirken der Gefäßverkalkung entgegen und werden als Zellbausteine benötigt. Diese ungesättigten Fettsäuren stammen größtenteils von Pflanzen und Fischen. Während die meisten Fettsäuren vom Körper aus Vorstufen selbst aufgebaut werden können, können andere nur über die Nahrung zugeführt werden. Zu diesen essenziellen Fettsäuren gehören Linolsäure (Omega 6) und Alpha-Linolensäure (Omega 3) sowie die Abkömmlinge dieser Fettsäuren. Einen besonderen Stellenwert in der Nahrungsaufnahme besitzen daher fette Fische wie Hering, Sardine, Makrele und Lachs.

Bedarf und tatsächliche Zufuhr

Die DGE empfiehlt, dass die tägliche Energiezufuhr zu 30 Prozent von Fetten abgedeckt werden sollte. Der Anteil an gesättigten Fettsäuren sollte dabei ein Drittel der als Fett zugeführten Energie nicht überschreiten. In Mengen ausgedrückt, ergibt sich eine tägliche Fettzufuhr von 60 Gramm für Frauen und 80 Gramm für Männer. Für Kinder und Jugendliche gilt: Insbesondere in den ersten zwei Lebensjahren und während der Pubertät darf der Fettanteil an der Energiezufuhr auch höher liegen, damit der durch das Wachstum erhöhte Energiebedarf gedeckt werden kann. Auch bei Schwangeren und Stillenden darf die Fettzufuhr etwas höher sein. Zwischen Empfehlung und Realität herrscht allerdings auch in Bezug auf Fette eine Diskrepanz: Im Durchschnitt nehmen die Deutschen rund 40 Prozent der gesamten Kalorien in Form von Fetten auf. Häufige Folge: Übergewicht.

Wie wirken Fett- und Kohlenhydratblocker bei Übergewicht?

Übergewicht und Adipositas gehören zu den größten Gesundheitsproblemen in Deutschland. Etwa jeder zweite Erwachsene ist übergewichtig, jeder fünfte sogar fettleibig – Tendenz steigend. Dabei ist Übergewicht nicht nur ein optisches Problem, sondern auch mit einem deutlich erhöhten Risiko für Folgeerkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten verbunden. Der Risiken sind sich viele bewusst, doch nur wenige schaffen es, ihr Gewicht dauerhaft zu reduzieren. Unterstützung bei der Gewichtsreduktion können Fett- und Kohlenhydratblocker leisten. Dabei handelt es sich um eine relativ neue Erfindung in der modernen Ernährungsforschung.

Der Vorteil: Kohlenhydratblocker unterstützen das Abnehmen, ohne dass die Menge der Nahrung reduziert werden muss. Inhaltsstoff der Kohlenhydratblocker ist ein aus Bohnen gewonnener Extrakt. Der Inhaltsstoff Phaseolin hemmt die Alpha-Amylase, ein stärkespaltendes Enzym. So sorgt Phaseolin dafür, dass Kohlenhydrate nicht in ihre Grundbausteine zerlegt werden, somit für den Körper unverwertbar sind und ungenutzt wieder ausgeschieden werden. Das führt zu einer Senkung der Gesamtkalorienaufnahme um rund 25 Prozent. Überschüssige Glukose speichert der Körper in Form von Fettreserven. Die reduzierte Kohlenhydratverdauung führt letztlich zu einer Gewichtsreduktion.

Ähnlich funktionieren die sogenannten Fettblocker, bei denen die Wirkung direkt im Magen-Darm-Trakt ansetzt. Sie verhindern den Fettabbau im Darm, indem sie fettspaltende Enzyme hemmen oder Fett binden. Der Körper kann deshalb einen Teil der Nahrungsfette nicht verwerten und scheidet sie unverarbeitet aus. Somit können sie auch nicht auf dem Kalorienkonto zu Buche schlagen.

Sind Fett- und Kohlenhydratblocker damit eine Wunderwaffe, mit der man bei leckeren fettreichen Speisen weiter zuschlagen kann? Leider nicht, denn die Aufnahme von zu viel Fett kann in Verbindung mit den Blockern zu erheblichen Verdauungsbeschwerden führen. Nur bei einer fettarmen Ernährung bleiben diese unangenehmen Begleiterscheinungen aus. Eine dauerhafte Gewichtsreduktion ist auch mit diesen Hilfsmitteln nur durch eine entsprechende langfristige Veränderung der Ernährungsgewohnheiten zu erreichen. Sinnvoll sind die Fett- und Kohlenhydratblocker daher vor allem zur einleitenden Unterstützung einer Diät oder wenn man eine schnelle Gewichtsreduktion als Motivationsschub zum Durchhalten benötigt.

MEDICOM-EXPERTEN-RAT

Fettblocker verhindern auf natürliche Weise, dass unerwünschtes Fett aus der Nahrung in den Körper aufgenommen wird. So können Sie effektiver abnehmen als mit einer Diät allein.

KURZ GESAGT

Kohlenhydratblocker können die Gesamtkalorienaufnahme reduzieren und führen langfristig zu einer Gewichtsreduktion. Auch Fettblocker helfen bei Übergewicht: Sie verhindern den Fettabbau im Darm und senken so den Fettanteil im Körper. Jedoch sind Kohlenhydrat- und Fettblocker kein Grund, wahllos zu schlemmen, sondern sollten sinnvoll im Rahmen einer Diät eingesetzt werden.

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