Spezielle Aktionen 03.02.2012
Geht die Spermienqualität auf Kosten des männlichen Immunsystems?
Experimente mit Grillen brachten ans Licht, dass Männchen mit einer hohen Spermienqualität einen Preis dafür zahlen: ihr Immunsystem leidet.
Bisher nahm man an, dass Sex und Spermienproduktion dem Manne wenig koste. Oder man ging sogar davon aus, dass ein Kerl, der häufig Sex hat und entsprechend oft ejakuliert, ein gesunder Mann sein müsste. Damian Dowling der Monash University´s School of Biological Sciences in Australien bestätigt jetzt jedoch das Gegenteil: Die biologische Investition schwächt ihr Immunsystem.
Zumindest greift seine These im Rahmen einer Tierstudie: Australische männliche Grillen wurden in zwei Gruppen unterteilt. Ein Teil der Männchen durfte mit geschlechtsreifen Weibchen zusammen sein, während die anderen männlichen Artgenossen mit Weibchen das Heim teilten, die noch nicht geschlechtsreif waren. Als die Forscher die Grillenmännchen untersuchten, konnten sie feststellen, dass die Gruppe, die mit geschlechtsreifen Weibchen wohnte, in der ersten Studienzeit über eine weitaus bessere Spermienqualität verfügten: Der Samenerguss enthielt mehr Spermien und diese hatten zudem eine bessere Chance, eine Eizelle zu befruchten. Doch mit der Zeit nahm die Spermienqualität ab – die Kopulationsanstrengungen fordern ihren Tribut. Auch das Immunsystem trug davon einen Schaden: Die männlichen, sexuell sehr aktiven Grillen waren anfälliger für Infektionen.
Interessant ist hier vor allem zu sehen, dass nicht nur Weibchen durch die Fortpflanzung gesundheitliche Risiken in Kauf nehmen, sondern dass offenbar auch die Männchen bei der Reproduktion ihre Gesundheit riskieren.
