Ratgeber

Essen & Trinken

42. DGE-Kongress

Bei dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Kiel präsentierten 160 junge Wissenschaftler, Experten und Professoren ihre neuesten ernährungswissenschaftlichen Forschungsergebnisse.

Im Mittelpunkt des DGE-Kongresses 2005 stand die Vorbeugung ernährungsbedingter Erkrankungen. Allem voran das in Zukunft größte Gesundheitsproblem, das Übergewicht. Daneben wurden auch zahlreiche andere Aspekte der Ernährungsforschung und Prävention ernährungsbedingter Krankheiten diskutiert. Hier stellen wir Ihnen einige der vielen interessanten Forschungsergebnisse vor.

Das meint die GISELA-Studie zu Vitalstoffpräparaten

An der Universität Gießen wurde im Rahmen der Gießener Seniorenlangzeitstudie, kurz GISELA-Studie genannt, der Beitrag von Vitamin- und Mineralstoffpräparaten zur Nährstoffversorgung von Seniorinnen untersucht. Die Gruppe der Untersuchungsteilnehmerinnen im Jahr 2002 bestand aus 241 Frauen über 72 Jahren, die sich damals in gutem Gesundheitszustand befanden und sich zu Hause selbst ernährten. Rund die Hälfte der Studienteilnehmerinnen bekam Vitamin- und Mineralstoffpräparate verabreicht, die andere Hälfte nahm keine Vitalstoffprodukte ein. Das Ergebnis der Untersuchung: 13 bis 28 Prozent der Studienteilnehmerinnen erreichten die Vitalstoffempfehlungen bei Vitamin D, E, C, Folsäure, Pantothensäure und Calcium nur durch die Einnahme von Vitalstoffprodukten. Das bedeutet, dass diese Gruppe ohne Vitalstoffpräparate mit diesen Vitaminen sowie mit Calcium nicht ausreichend versorgt geblieben wäre.

Schwankungen in der Nährstoffzufuhr zu verschiedenen Jahreszeiten

Die Ernährung wird in den verschiedenen Jahreszeiten von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Was eingekauft und gegessen wird, hängt von der Verfügbarkeit, dem Preis und den traditionellen Essgewohnheiten ab. Das betrifft besonders den Obst- und Gemüseanteil an der Ernährung. In einer Studie der TU München wurde jetzt untersucht, inwieweit sich die Schwankungen im Lebensmittelverzehr auf die Nährstoffzufuhr auswirken. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass, abgesehen von der Vitamin-A-Versorgung, die über die Monate weitestgehend konstant blieb, die Versorgung mit anderen Nährstoffen und Vitalstoffen sehr stark variierte. So kam es zu Spannweiten zwischen zirka vier Prozent bei fast allen Vitaminen der B-Gruppe und 15 Prozent bei den ungesättigten Fettsäuren, Ballaststoffen und bei Vitamin K. Noch größere Spannweiten von bis zu 29 Prozent ergaben sich zum Beispiel bei den Vitaminen C und D. Bislang wurde davon ausgegangen, dass eine ausreichende Nährstoffzufuhr über die Nahrung über das Jahr gleich bleibend gewährleistet sei.

In ihrer Schlussfolgerung weisen die Wissenschaftler jedoch darauf hin, dass bei künftigen Untersuchungen nicht nur der Lebensmittelverzehr, sondern auch die Nährstoffzufuhr berücksichtigt werden müsse und dass nicht nur personenbezogene Daten ausschlaggebend seien, sondern auch die monatlichen Schwankungen in der Nährstoffzufuhr eine Rolle spielen. Das verdeutlicht erwiesenermaßen, dass eine ergänzende Zufuhr von Vitalstoffen sinnvoll ist.

Artischockenblätter-Extrakte gegen hohe Blutfettwerte

In einer weiteren Studie wurde untersucht, ob Artischockenblätter-Extrakte auch bei gesunden Menschen die Blutfettwerte senken und so vor Folgeerkrankungen schützen können. Extrakte aus Artischockenblättern stimulieren die Galleausschüttung, die wichtig für den Abbau der Blutfette ist. Zudem enthalten sie sekundäre Pflanzenstoffe, die gegen Freie Radikale wirken. In der Untersuchung verzehrten gesunde Studienteilnehmer im Alter zwischen 50 und 75 Jahren über acht bis neun Wochen täglich 1.200 mg Artischockenextrakt oder ein Placebo und aßen sehr fetthaltige Mahlzeiten. Das Studienergebnis: Der Extrakt aus den Artischockenblättern senkte bei den gesunden Studienteilnehmern die Werte der Lipoproteine (Blutfette) um 14 Prozent und die Triglyceride (ebenfalls Blutfette) um 22 Prozent. Die Cholesterin-, Glucose- und Insulinwerte veränderten sich nicht.

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