Ratgeber

Wechseljahre 06.04.2011

Die Nachtkerze – ihr Öl macht sie so wertvoll

Das aus den Samen der Nachtkerze gewonnene Nachtkerzenöl wird aufgrund seines hohen Anteils an Gamma-Linolensäure zur Linderung diverser Beschwerden eingesetzt. Bekannt ist das Nachtkerzenöl vor allem dafür, dass es prämenstruelle Beschwerden sanft lindern kann. Doch es kann noch mehr! Auch die Haut profitiert von den wertvollen Inhaltsstoffen des Öls, was besonders Personen zugutekommt, die unter Neurodermitis leiden.

Die Pflanze:
anspruchslos und doch so wirksam

Ihren Ursprung hat die Nachtkerze (Oenothera biennis) in Nord- und Südamerika; heutzutage wird sie für die Verarbeitung und den Handel in Europa hauptsächlich im nahen Süden angepflanzt. Die krautartige Pflanze ist anspruchslos und gedeiht sowohl auf Wiesen als auch auf Brachland. Im Schnitt wird die Pflanze zwei Jahre alt und kann in der Zeit eine Höhe von 1,5 Metern erreichen. Die dicken, bis zu einem Meter tief wachsenden Pfahlwurzeln können gekocht und mit Essig und Öl verfeinert als Gemüse genossen werden. Doch was die Nachtkerze so wertvoll macht, sind ihre Samen: Sie liegen eingeschlossen in länglichen Kapseln, die sich in den gelben Blüten bilden. Gewöhnlich reifen die Samen im Spätsommer – nach der Blütezeit. Aus ihnen wird das wertvolle Nachtkerzenöl entweder durch Pressung oder Extraktion gewonnen. Die beste Methode, um zu qualitativ hochwertigem Öl zu kommen, ist die Kaltpressung (Pressung bei circa 40 °C). Das daraus gewonnene Nachtkerzenöl kann direkt als Flüssigkeit oder in Form einer Kapsel eingenommen werden.

Das Öl:
Darum ist es so wertvoll

Das aus der Nachtkerze gewonnene Öl enthält über 80 Prozent mehrfach ungesättigte Fettsäuren, circa 65 bis 80 Prozent Linolsäure und etwa acht bis 15 Prozent Gamma-Linolensäure. Die pflanzliche Gamma-Linolensäure gehört zu den Fettsäuren, die für den menschlichen Organismus am wichtigsten sind. Sie zählt zur Gruppe der Omega-6-Fettsäuren. Diese sind unentbehrlich für die Steuerung vieler Körper- und Stoffwechselfunktionen. Gamma-Linolensäure hilft der Haut, ihre natürliche Barrierefunktion zu erfüllen. Auch Muttermilch enthält viel Gamma-Linolensäure, denn sie ist maßgeblich an der Entwicklung des Neugeborenen beteiligt.

Die Heilwirkung:
eine Wohltat für Haut und Seele

Hautschutz und –pflege allgemein

Eine ganz natürliche Möglichkeit, die Abwehrfunktion der Haut zu stärken, bietet die bereits erwähnte in Nachtkerzenöl enthaltene Gamma- Linolensäure. Die Fettsäure hat sich auch bei der Behandlung von Ekzemen und allergischen Hauterkrankungen bewährt. Gamma-Linolensäure ist ein natürlicher Strukturbestandteil der Haut; sie reguliert unterschiedliche Stoffwechselreaktionen und ist besonders bedeutend für das Zellwachstum, für die Zellregeneration und für die Neubildung der Hautzellen. Sowohl bei Neurodermitikern als auch bei Allergikern, so die Annahme der Mediziner, ist die körpereigene Produktion der Fettsäure gestört. Fehlt dem Körper aber Gamma-Linolensäure, so zeigen sich bald die typischen Mangelerscheinungen: rissige Haut, Hautrötungen und Juckreiz.

Neurodermitis

Eine Umfrage der Deutschen Hautund Allergiehilfe e.V. bei 1.000 niedergelassenen Ärzten ergab, dass bei drei von vier Kindern mit Neurodermitis Gamma Linolensäure das Hautbild verbessert. Erfreulichstes Ergebnis der Therapie sei die Tatsache, dass sich durch die Zufuhr von Gamma-Linolensäure der quälende Juckreiz bei den kleinen Patienten lindern ließ. Dieser positive Effekt erklärt sich dadurch, dass die Fettsäure in die Lipidmembran der Haut eingebaut wird; so kann sie akute Entzündungen dämpfen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass die Einnahme über mehrere Monate erfolgt.

PMS (prämenstruelles Syndrom)

Am häufigsten werden Nachtkerzenölkapseln von Ärzten zur Linderung des prämenstruellen Syndroms (PMS) empfohlen. PMS bezeichnet eine Zusammenfassung von umfangreichen physischen und psychischen Beschwerden vor und während der Monatsblutung. Bei typischen Problemen wie Wasseransammlungen im Gewebe sowie Brustschmerzen beziehungsweise Brustspannen können Nachtkerzenölpräparate sanft Abhilfe schaffen. Experten vermuten, dass die PMS-Beschwerden durch eine Störung im Prostaglandinstoffwechsel und eine daraus resultierende Dysbalance dieser Gewebshormone ausgelöst werden. Die Inhaltsstoffe der Nachtkerze können dieses Ungleichgewicht ausbalancieren.

SCHON GEWUSST?

Während Nachtkerzenölpräparate von innen für eine Harmonisierung des weiblichen Zyklus sorgen, kann auch äußerlich Vorsorge betrieben werden: Durch regelmäßiges Einreiben der äußeren Geschlechtsorgane einige Tage vor Eintreten der Menstruation sollen die krampfartigen Schmerzen erheblich gelindert werden können.

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