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Diabetes (= „honigsüßer Durchfluss“) – die Zuckerkrankheit zählt heute mit etwa sieben Millionen Betroffenen in Deutschland bereits zu den Volkskrankheiten. Frauen und Männer sind fast gleich häufig von dieser Erkrankung betroffen. Experten erwarten bis 2030 zudem einen Anstieg auf bis zu 40% der deutschen Bevölkerung.

Wenn der Zuckerspiegel steigt

Beim Diabetes mellitus handelt es sich im Allgemeinen um eine Störung des Glukosestoffwechsels, wodurch bedingt es zu einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels kommt.

Der Blutzuckerspiegel beschreibt den Glucosegehalt, also den Zuckeranteil in unserem Blut. Normale Blutzuckerwerte liegen in nüchternem Zustand unter 100 Milligramm pro Deziliter Blut (mg/dl). Nach dem Essen sollte ein Normalwert von maximal 140 mg/dl nicht überschritten werden. Liegt nun jedoch eine Zuckerkrankheit, also Diabetes mellitus vor, ist diese durch einen zu hohen Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) gekennzeichnet. Dies kann folgende Ursachen haben: eine unzureichende oder fehlerhafte Insulinproduktion, das Insulin ist strukturell verändert oder es kann an den Zielzellen im Organismus nicht ausreichend wirken.

Insulin ist ein Proteohormon und wird in den beta-Zellen des Pankreas produziert. Zusammen mit dem Hormon Glucagon reguliert es die Glukosekonzentration im Blut. Während das Glucagon dafür zuständig ist den Blutzuckerspiegel zu erhöhen, ist das Insulin das einzige fettunlösliche Hormon, das den Blutzuckerspiegel wieder senken kann.

Diabetes ist nicht gleich Diabetes

Bei einer Diabetes-Erkrankung unterscheidet man vier unterschiedliche Formen: Diabetes mellitus des Typs 1, des Typs 2 und 3 sowie den Schwangerschaftsdiabetes.

 

Diabetes mellitus Typ 1

Bei einer Diabetes-Erkrankung des Typs 1 sind mehrere Faktoren - sowohl genetische als auch Umweltfaktoren - an der ursächlichen Autoimmunkrankheit beteiligt. Der Körper produziert bei dieser Erkrankung kein bzw. zu wenig Insulin, da es von körpereigenen Antikörpern zerstört wird. Diese Art von Krankheit  tritt bereits häufig im Kindesalter auf. Die Betroffenen sind meist normal- bis untergewichtig und benötigen eine lebenslange Insulintherapie.

 

Diabetes mellitus Typ 2

Beim Typ-2-Diabetes kommt es zu einer Überproduktion an Insulin. Aufgrund einer verminderten Empfindlichkeit der Körperzellen für das Insulin spricht man beim Typ 2 deshalb auch von einer Insulinresistenz. Früher wurde diese Form des Diabetes mellitus auch „Altersdiabetes“ genannt, da die Insulinempfindlichkeit der Zellen ein langsamer, jahrelanger Prozess ist, der erst mit zunehmendem Alter auftritt. Heute weiß man, dass auch Übergewicht ein wichtiger Faktor ist, welcher die Insulinsensitivität der Körperzellen reduziert. Übergewicht ist in Deutschland und anderen Industriestaaten eine weitverbreitete Erkrankungsform, die immer häufiger auch junge Menschen betrifft. Etwa 90 Prozent der Diabetes-Erkrankten in Deutschland, leiden an Diabetes mellitus Typ 2. Wichtige Inhalte der Diabetes-Therapie sind die Umstellung der Ernährungsgewohnheiten, mehr Bewegung und die Normalisierung des Körpergewichts. Im schlechtesten Fall muss ebenfalls eine Insulintherapie eingeleitet werden.

 

Diabetes mellitus Typ 3 (Sekundärer Diabetes)

Bei der ‚Sekundären Diabetes mellitus‘ handelt es sich meist um eine Folge anderer Erkrankungen wie zum Beispiel einer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse oder der hormonproduzierenden Drüsen. Der Typ 3 tritt selten auf und muss je nach Ursache individuell therapiert werden.

 

Schwangerschaftsdiabetes (Gestrationsdiabetes; Diabetes mellitus Typ 4)

Es wird geschätzt, dass etwa drei Prozent der Schwangeren von diesem Diabetes-Typ betroffen sind. Er tritt erstmals in der Schwangerschaft auf. Übergewicht und familiäre Vorbelastungen sind begünstigende Faktoren des sogenannten Schwangerschaftsdiabetes. Es ist möglich, dass die betroffenen Frauen in den  darauffolgenden Jahren einen Typ-2-Diabetes entwickeln.

Einflussfaktor: Sport

Bewegung und Sport sind Faktoren, die auch bei dieser Erkrankung durchaus erlaubt sind. Bei allen Diabetestypen ist die Beobachtung des Blutzuckerspiegels jedoch ein wesentlicher Hauptbestandteil der Behandlung.

Bei dem Diabetes mellitus Typ 1 muss die Insulintherapie an das Bewegungsausmaß und die Ernährungsweise angepasst werden, d.h. es muss dem Patienten zum Beispiel durch einen Arzt der Umgang mit den Insulingaben vermittelt werden. Zumeist spielt auch die eigene Erfahrung mit der Gabe des Insulins eine wichtige Rolle.

Durch sportliche Betätigung kann beim Typ-2-Diabetes die Sensitivität der Zellen erhöht werden, d.h. die Insulinresistenz der Zellen gegenüber dem Insulin kann abnehmen. Folglich muss die bisherige Therapie des Patienten auf die neuen Gegebenheiten z.B. vom Arzt angepasst werden.

Generell können Betroffene des Typ-2-Diabetes einiges dazu beitragen, dass sich ihr Leiden etwas verbessert. Dabei ist die Einsicht, die Lebensweise zu verändern und dem Körper anzupassen sehr wichtig, denn Übergewicht, ein hoher Cholesterinspiegel, falsche Ernährung und zu wenig Bewegung fördern den Verlauf der Zuckerkrankheit. Rechtzeitige Vorsorge (Gewichtsabnahme, ausreichend Sport und Bewegung, gesunde Ernährung) können das Risiko an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken um bis zu 58 Prozent verringern und bei bereits Erkrankten den Verlauf abschwächen.

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