Augen
Das wichtigste Sinnesorgan für den Menschen ist das Auge, das für etwa 70 Prozent der täglichen Wahrnehmungen verantwortlich ist.
Die Augenmuskeln bewegen sich etwa eintausend Mal innerhalb von 24 Stunden, damit sind sie aktiver als alle anderen Muskeln des menschlichen Körpers. Selbst wenn wir schlafen, sind unsere Augen in einer bestimmten Traumphase, der sogenannten REM (Rapid Eye Movement-Phase) aktiv.
Nach dem Vorbild dieses Sinnesorgans wurde die Technik des Fotografierens entwickelt: Eine Linse bündelt Licht und durch ihre unterschiedlichen Krümmungsgrade wird das Bild „scharf" eingestellt. Die Regenbogenhaut (beim Fotoapparat die Blende) kann sich unterschiedlich weit öffnen und dadurch die Intensität eines einfallenden Lichtstrahls regulieren. Rezeptorzellen auf der Netzhaut (Retina) wandeln das Licht in elektrische Nervenimpulse um. Über die beiden Sehnerven gelangen die Impulse an die Sehzentren der Hinterhauptslappen im Gehirn. Aus der Summe der übertragenen Nervenimpulse erzeugen sie das Bild, das wir als Ausschnitt der Realität betrachten.
Altersweitsichtigkeit
Im Laufe unseres Lebens nimmt im Rahmen des Alterungsprozesses die Sehkraft ab. Der Prozess ist oft erst schleichend und man merkt es kaum. Die Augen fühlen sich müde oder trocken an, man hat Mühe sich auf ein Buch oder den Bildschirm zu konzentrieren. In Wahrheit hat nun schon der Prozess der Presbyopie, der Altersweitsichtigkeit begonnen. Die Altersweitsichtigkeit ist die Folge des langsam mit dem Alter zunehmenden Verlustes der Fähigkeit des Auges zur Naheinstellung (Akkommodation). Hierbei nimmt die Sehschärfe im Nahbereich langsam ab und muss durch eine Lesebrille oder eine Kontaktlinse korrigiert werden. Zu Beginn genügen üblicherweise noch +1.00 bzw. +2.00 Dioptrien zur Korrektur. Mit dem 55. Lebensjahr ist jedoch meist eine Lesebrille von bis zu +2.50 Dioptrien erforderlich, um in 35 cm Abstand einen Text lesen zu können. Der vollständige Verlust der Akkommodation ist zirka um das 55. Lebensjahr erreicht.
Auch Personen, die bereits in jüngeren Jahren kurzsichtig oder weitsichtig sind, entwickeln mit den Jahren zusätzlich ihre Altersweitsichtigkeit (Presbyopie). Kurzsichtige mit einer Fehlsichtigkeit von -3.00 Dioptrien können – wenn sie altersweitsichtig geworden sind – ohne Brille lesen.
Vitalstoffe für die Augen
Die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin sind in hohen Konzentrationen in der Makula lutea (gelber Fleck) zu finden. Die „Makulafarbstoffe" Lutein und Zeaxanthin kommen auch in vielen Obst-und Gemüsesorten vor. Sie haben die Funktion, das blaue UV-Licht, welches schädlich für die Fotorezeptoren ist, zu filtern und Freie Radikale zu neutralisieren. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass eine hohe Farbstoffdichte die Augengesundheit optimal unterstützen und das Risiko von Augenerkrankungen wie der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) und des Grauen Stars reduzieren kann. Lutein und Zeaxanthin können vom Körper selbst nicht gebildet werden. Gemüse, die viel Lutein und Zeaxanthin enthalten, sind: Grünkohl, Petersilie, Spinat, Brokkoli, Blattsalat, Erbsen, Rosenkohl, grüne Bohnen, Mais, rohe Karotten und Tomaten.