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Ginseng-Wirkung: Die Alleskönner-Knolle

Ginseng. Allein beim Klang dieses Wortes denken wir an uralte, aber im Herzen jung gebliebene chinesische Mönche, die in einem nebelverhangenen Gebirgskloster sanft lächelnd einen Tee aus der Heilwurzel aufbrühen. Ja, Ginseng ist so etwas wie die Mutter aller Heilpflanzen – zumindest in Asien. Doch längst hat man auch in Europa die zahlreichen positiven Effekte auf die Gesundheit erkannt.

Ginseng: So fing alles an

Es waren gar nicht die Chinesen, die den Ginseng als Heilpflanze entdeckten, sondern die Koreaner. Die Chinesen allerdings bauten den kleinen Strauch aus der Familie der Araliengewächse schon im Mittelalter großflächig an und integrierten ihn, wie die Koreaner, in ihre traditionelle Medizin. Dabei brauchte man jede Menge Geduld, denn Ginseng wächst sehr langsam – die medizinisch interessante Ginsengwurzel nur gut einen Zentimeter pro Jahr.

Hier gilt die Regel: Je älter die Ginsengwurzel, desto kostbarer und wirkungsvoller ist sie. Daher wird erst zwischen dem vierten und sechsten Jahr nach der Ginsengsaat geerntet. Darauf folgt ein Fruchtwechsel bzw. eine Brache von bis zu 15 Jahren. Auch dieser aufwändige Anbau hat sicherlich dazu geführt, dass man Ginseng früher angeblich mit Gold aufwog und die Pflanze nur für Kaiser und Könige reservierte.

Westliche Medizin setzt auch auf Ginseng

Doch die „Menschenwurzel“ – wörtlich übersetzt – besitzt ihren Nimbus als die vielleicht bekannteste asiatische Heilpflanze nicht nur aufgrund der Goldlegenden oder der aufwändigen Kultivierung. Nein, es steckt tatsächlich eine ganze Menge in der Ginsengknolle. Nachdem Ginseng erst im 17. Jahrhundert in Europa mehr Aufmerksamkeit bekam, hat die westliche Medizin heute längst das Potenzial erkannt und zahlreiche Studien durchgeführt. Auch wenn viele Fragen noch offen sind, gehört Ginseng zu den am besten erforschten Pflanzen überhaupt.

Was ist drin im Ginseng?

Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Ginsengs heißen Ginsenoside, von denen bereits 150 verschiedene entdeckt wurden. Sie verbessern das Allgemeinbefinden und aktivieren die körpereigene Widerstands- sowie Regenerationskraft, auch in der Rekonvaleszenz. Die leistungsfördernde Wirkung des Ginsengs unterstützt sowohl Körper als auch Geist, um besser mit Stress umzugehen. Aber auch die nervenschützenden, immunmodulierenden, antioxidativen und antidiabetischen Eigenschaften machen den Ginseng zu einem Alleskönner. Die Konzentration eben dieser Ginsenoside ist dann auch für die Qualität des Ginsengs entscheidend.

Panax ginseng

Zahlreiche vielversprechende Studien deuten auf das Alleskönnerpotenzial des Ginsengs hin, da die einzelnen Ginsenoside tatsächlich völlig unterschiedlich im Körper wirken. Hinzu kommt, dass sich die Ginsenoside auch je nach Ginsengart stark in Konzentration und Zusammensetzung unterscheiden. So weist der am besten untersuchte asiatische Ginseng (Panax ginseng) in puncto Ginsenoside große Unterschiede zum amerikanischen (Panax quinquefolius) und zum japanischen Ginseng (Panax japonicus) auf.

 Als Arzneidroge wird nur die Ginsengwurzel von Panax ginseng verwendet, die einen Mindestgehalt an Ginsenosiden liefern muss. Je nach Art des Herstellungsprozesses wird zwischen weißem und rotem Ginseng unterschieden. Ist der Ginseng weiß, wurde er an der Sonne getrocknet. Roter Ginseng wird erst mit Wasserdampf behandelt, worauf seine rote Farbe zurückzuführen ist, und anschließend getrocknet.

Was sind die Ginsenoside und wie wirken sie?

Ginsenoside gehören zu den Saponinen, das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die viele gesundheitsfördernde Eigenschaften besitzen. Man nimmt an, dass die Ginsenoside zum Abwehrmechanismus des Ginsengs gehören, da sie unter anderem antimikrobiell wirken.

Die beste Datenlage existiert in Bezug auf Ermüdung und Stress. Gerade bei psychisch wie körperlich sehr gestressten Krebspatienten konnte in einer Studie an der Mayo-Klinik in Rochester die Stresstoleranz durch die Wirkstoffe des Ginsengs signifikant erhöht werden. Den Patienten ging es nach achtwöchiger Einnahme eines hochwertigen Ginsengpräparates schlicht besser als der Vergleichsgruppe, die ein Placebo bekam.

Ginseng und das Gehirn

Gerade das Gehirn scheint von Ginseng zu profitieren. In einer anderen Testreihe fand man heraus, dass bestimmte kognitive Funktionen unter Einnahme von Ginseng verbessert werden können. Ganz besonders die Gedächtnisleistung, aber auch die allgemeine Konzentrationsfähigkeit und die Fähigkeit zu lernen. Kombiniert man Ginseng mit Ginkgo, steigert sich der Effekt sogar noch. Kurzum, Ginseng kann dabei helfen, Stress zu reduzieren und unsere Gedächtnisleistung zu steigern. Ein hoffnungsvoller Ausblick, den künftig weitere klinische Studien untermauern sollen. Ginseng enthält Ginsenoside, die viele gesundheitsfördernde Effekte auf das Wohlbefinden haben, und wirkt stark antioxidativ.

Ginseng als Immunbooster

Die enthaltenen Polysaccharide stimulieren Studien zufolge das Immunsystem. Gerade in den kalten Monaten kann Ginseng sehr hilfreich sein. Bei einer Testreihe in den USA sank die Wahrscheinlichkeit, sich eine Erkältung einzufangen – unter regelmäßiger Einnahme von Ginsengprodukten – um mehr als die Hälfte. Hatten sich die Testpersonen dennoch erkältet, hielten die Beschwerden allerdings nur halb so lange an wie gewöhnlich.

Wer sollte Ginseng nehmen?

Da Ginseng zahlreiche positive Effekte auf das allgemeine Wohlbefinden hat, ist es für jeden geeignet, der einen aktiven Lebenswandel pflegt und gesund leben möchte. Wer in seinem Alltag körperlich wie psychisch gefordert wird und seine Stresstoleranz erhöhen möchte, ist mit Ginseng gut beraten. Aber auch wenn Sie oft von Erkältungen geplagt werden, stellt Ginseng nachgewiesenermaßen eine gute Möglichkeit zur Vorbeugung dar. 

• Willst Du mehr über Ginseng wissen? Hier kannst Du mehr darüber lesen.
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