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Heuschnupfen: Wenn die Pollen fliegen

Etwa 13 Millionen Deutsche leiden am sogenannten Heuschnupfen, einer Atemwegserkrankung, die vor allem durch Pollen von Gräsern, Bäumen und Kräutern ausgelöst wird. Diese Pollen, auch Blütenstaub genannt, können während der Blütezeit der Pflanzen aufgrund ihrer mikroskopisch kleinen Größe vom Wind bis zu 1,5 Kilometer hoch und 300 Kilometer weit getragen werden.

Bei betroffenen Personen lösen sie aufgrund einer Überempfindlichkeit des Immunsystems gegen eigentlich harmlose Stoffe eine allergische Reaktion aus. Typische Symptome sind eine ständig laufende Nase, der sogenannte Fließschnupfen, häufiges Niesen, ein starker Juckreiz in der Nase sowie brennende, häufig juckende und tränende Augen. Oft schränken diese Beschwerden das Allgemeinbefinden der betroffenen Personen stark ein.

Frühling gleich Heuschnupfensaison?

Da die verschiedenen Pflanzenarten zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr blühen, kann man nicht von einer Heuschnupfensaison sprechen. So blühen die sogenannten Frühblüher wie Hasel, Birke oder Erle bereits von Januar bis April und werden dann ab Mai (bis August) von den Mittelblühern wie Kiefer und Buche abgelöst. Von September bis in den Oktober hinein fliegen dann die Pollen der Spätblüher, darunter Kräuter wie Beifuß, durch die Luft. Da nicht jeder Allergiker gegen alle Pollen allergisch ist, hat jeder Betroffene also seine eigene Heuschnupfensaison. Pollenflugkalender wie etwa des Deutschen Wetterdienstes kann Dir mehr Informationen darüber geben, welche Pollen im Bundesgebiet zur Zeit aktiv sind.

Das kannst Du gegen Heuschnupfen tun:

Wichtig bei Heuschnupfen ist es, diesen behandeln zu lassen, da sich daraus weitere Erkrankungen entwickeln können. So sind betroffene Personen anfälliger für Asthma oder die Ausbildung weiterer Allergien. Ein Teil der Behandlung von Heuschnupfen besteht darin, den Kontakt mit den Pollen zu vermeiden. Sogenannte Pollenflugkalender weisen darauf hin, wann welche Pollen durch die Luft fliegen.

Für die Behandlung von leichtem Heuschnupfen eignen sich Medikamente mit sogenannten Mastzellstabilisatoren. Diese verhindern, dass

Histamin, das für die allergische Reaktion verantwortlich ist, freigesetzt wird und unterbinden so die Symptome. Mastzellstabilisatoren werden präventiv im Vorfeld des Auftretens einer Allergie eingesetzt, wodurch Sofort- und Spätreaktionen verhindert werden.

Eine andere Art von Medikamenten sind die Antihistaminika. Diese blockieren die Histaminrezeptoren, sodass die Wirkung von Histamin abgeschwächt wird.

Eine etwas langwierigere Methode ist die Hyposensibilisierung. In etwa drei Jahren wird der Körper Stück für Stück an das Allergen gewöhnt, sodass eine allergische Reaktion ausbleibt. Für schwierigere Fälle von Heuschnupfen gibt es eine Behandlung mit Glucocorticoiden, doch sollte diese Behandlung zeitlich begrenzt werden, da sonst Nebenwirkungen auftreten können.

Generell berichten Allergiker, dass bei Einnahme von Heuschnupfmitteln wie Antiallergika und Antihistaminika die Beschwerden zwar gelindert werden, aber im Gegenzug müde machen. Laut der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst haben neuere Heuschnupfmittel diese Nebenwirkung nicht mehr. Allergiebetroffene sollten das am besten mit dem Arzt besprechen und individuell für sich selbst austesten, welches Präparat geeignet ist.

Wer es mit alternativen Heilmethoden probieren möchte, der kann auf Akupunktur zurückgreifen. Nach sechs bis acht Sitzungen sind die Betroffenen meist für ein Jahr beschwerdefrei. Ärzte vermuten, dass die Akupunktur das Abwehrsystem beruhigt und so die Symptome lindert.

Ein Hausmittel, das die Symptome von Heuschnupfen lindern kann, ist die Nasenspülung mit Salzwasser. Diese spült den Pollen aus der Nase und desinfiziert dabei die Schleimhäute. Auch Eukalyptusbaumöl kann sehr hilfreich sein, da es die Ausschüttung von gewissen Botenstoffen unterbindet und so die allergische Reaktion reduziert.

Auch Calciumpräparate stehen im Ruf als natürliches Antihistaminika zu gelten, weil sie die Histaminausschüttung abmildern. Es wird empfohlen Calcium als vorbeugende Maßname einzunehmen. Darüber hinaus können Vitamin C und Zink helfen, die Abwehrkräfte zu stärken, da während dieser Zeit das Immunsystem besonders herausgefordert ist.

Wer noch nicht genau weiß, gegen welchen Pollen er allergisch ist, für den ist das Führen eines Tagebuches hilfreich. Die Notizen über Symptome können dem behandelnden Arzt wichtige Hinweise für die Diagnosestellung geben. 

Heuschnupfen: Tipps für Betroffene

• Sportliche Betätigung oder körperliche Anstrengung sollten während der Blütezeit vermieden werden, da wir während des Sports tiefer einatmen und so vermehrt Pollen aufnehmen

• Lüfte nur kurz, in der Stadt am besten morgens, auf dem Land abends, und halte anschließend die Fenster geschlossen, auch nachts

• Um nächtlichen Allergieattacken vorzubeugen, ziehe Dir Deine Kleidung, an der sich Pollen befinden, nicht im Schlafzimmer aus

• Auch in den Haaren setzen sich die Pollen fest. Wasche sie, bevor Du zu Bett gehst

• Trockne Deine Wäsche während der Blütezeit nicht im Freien

• An Brillen und Brillengestellen setzen sich Pollen ebenfalls fest. Brillenträger sollten diese regelmäßig reinigen

• Um im Haus den Pollen den Kampf anzusagen, lohnt sich die Anschaffung von Feinstaubfiltern für den Staubsauger, die die Pollen mit aufsaugen. Auch sollte der Beutel häufiger gewechselt werden

• Ähnliches gibt es auch für das Auto. Ein Pollenfilter kann nachgerüstet werden und hält das Innere des Wagens so gut wie pollenfrei

 

• Weitere Infos rum um das Thema Pollenallergie findest Du hier.
• Willst Du wissen, wie Du Dein Immunsystem besonders in der Pollenzeit stärken kannst. Hier kannst Du mehr darüber lesen.
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