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Weniger Stress mehr Slow

Starke Nerven, Wohlbefinden und Stress abbauen im Alltag führen zu mehr Lebensqualität. Tagtäglich lässt sich durch Slow, also Langsamkeit, mehr Wohlbefinden entdecken, meint Glückscoach Regina Tödter. Mehr dazu erfährst hier im Experteninterview zum Thema Slow.

Langsam, bzw. Slow macht glücklich. Stimmt das? Warum? 

Slowexpertin Regina Tödter:
Langsamkeit macht glücklich. Jeder Tag hat Glücksmomente, an denen wir vorbeihuschen. Es geht darum, die schönen Momente im Alltag wahrzunehmen. Es geht darum, auf die kleinen Dinge im Leben und im Alltag zu achten, wie zum Beispiel das Lächeln einer Verkäuferin beim Einkauf oder den Sonnenuntergang nach der Arbeit erleben. 

Durch Langsamkeit erleben wir den Tag viel bewusster, wenn wir die Dinge langsamer angehen und ihnen mehr Aufmerksamkeit schenken. Man erlebt sie intensiver, das erfüllt einen. Es ist besser den Alltag ein bisschen weniger und ein bisschen langsamer zu leben. Dadurch kann man viel gewinnen.

Wie lässt sich die SLOW-Alltagshaltung einführen, wenn man mit Kindern und/oder einem Partner zusammenlebt? 

Slowexpertin Regina Tödter:
Jeder tickt unterschiedlich. Man geht mit großem Gewinn an die Sache, wenn man dieses Wissen hat und Rücksicht darauf nimmt. Wenn der Partner von der Arbeit nach Hause kommt, sollte man ihm diese zehn Minuten geben, um sich umzustellen. Man muss akzeptieren, dass jeder seinen eigenen Rhythmus hat, und sich selbst eine kurze Auszeit gibt. Das klappt im Miteinander besser.

Am Wochenende sollte man sich keine Termine legen und sich vom Tag überraschen lassen. Oder abwechselnd ein Familienmitglied entscheidet was an einem Tag gemacht wird. Das ist die sogenannte Flexitime.

Was ist an dem japanischen Stichwort dran: Wenn Du es eilig hast, gehe langsam?

Slowexpertin Regina Tödter:
In der Geschwindigkeit macht man Fehler, man stolpert durch die Unachtsamkeit. Man will eigentlich Zeit sparen, man will schneller arbeiten. Aber man verliert Zeit, weil man hinterher korrigieren muss. Multitasking kann man nicht vermeiden, aber man sollte versuchen sich so gut wie möglich auf eine Sache zu konzentrieren. Wenn man langsamer an etwas herangeht, ist das Ergebnis qualitativ hochwertiger

Wann war ihr erstes SLOW-Erlebnis?

Slowexpertin Regina Tödter:
Das Konzept Slow habe ich zum ersten Mal 2013 erlebt. Damals war viel zu viel um mich herum. Ich wollte wissen, was ich tun kann, um nicht in einen Stress-Strudel zu geraten. Damals habe ich dieses Buch geschrieben und mich vieler Sachen entledigt. Diese Minimalisierung habe ich als sehr befreiend empfunden.

Man begreift, dass die Zeit, die jeder hat, gleich lang ist. Es ist eine Kunst, mit der Zeit, die man hat, vernünftig umzugehen. Letztendlich ist Slow eine Methode, die man jederzeit anwenden kann, um seine Zeit selbst in die Hand nehmen, wenn es mal wieder zu schnell wird.


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