Ein Krilltier
Der Krill ist eine kleine garnelenartige Tierart, die sich hauptsächlich von Algen ernährt. Das aus dem Krilltier gewonnene Öl ist reich an Omega-3-Fettsäuren

Früher waren ungesättigte Fettsäuren aus Fischöl als Lebertran bekannt. Jedes bekam Lebertran per Löffel, um Rachitis vorzubeugen. Besonders dann, wenn die sonnenarme, dunklere Jahreszeit anbrach. Das war für viele Kinder ein geschmacklicher Alptraum. Heutzutage haben wir es zum Glück einfacher. Omega-3-Fettsäuren gibt es als Omega-3-Kapseln aus ganz verschiedenen Quellen zum Beispiel aus Algenöl und Leinöl. Seit einigen Jahren gibt es Krillöl-Kapseln, die als sehr gute Omega-3-Quelle gelten. Krill ist eine garnelenartige Krebsart und stammt aus den kalten Gewässern der Antarktis.

Dr. Siebrecht Portraitaufnahme
Die Antarktis ist der Lebensraum der größten Biomasse der Erde: Krilltiere

Der promovierte Chemiker Dr. Stefan Siebrecht ist unabhängiger Nährstoffexperte, Autor und Koautor zahlreicher Publikationen zum Thema Vitalstoffe. Er hat viel über Krillöl geschrieben. Wir wollen von ihm wissen, wozu Omega-3-Fettsäuren dienen und warum Krillöl besonders wertvoll sein soll.         

MEDICOM: Was ist so besonders an Krillöl?                                              

Dr. Stefan Siebrecht: Krillöl verfügt über einen hohen Anteil an den wertvollen langkettigen Omega-3-Fettsäuren DHA (Docosahexaensäure) und EPA (Eicosapentaensäure). Aber das Besondere an Krillöl ist, dass hier die Omega-3-Fettsäuren an Phospholipide gebunden sind. Das heißt sie können besser im Körper aufgenommen werden und genutzt werden. Phospholipide wiederum gehören zu den Zellmembranen und spielen eine wichtige Rolle im Gehirnstoffwechsel. Zudem besitzt Krillöl Astaxanthin, ein Carotinoid, das bei Meeresalgen und Phytoplankton vorkommt. Astaxanthin gehört zu den Antioxidantien und schützt die Zellen vor Freien Radikalen.

MEDICOM: Studien belegen den Zusammenhang zwischen Omega-3-Index und unserer Herzgesundheit. Wie wirken Omega-3-Fettsäuren auf das Herz?

Dr. Stefan Siebrecht: Omega-3-Fettsäuren können die Blutfließeigenschaften verbessern, positiven Einfluss auf die Blutfettwerte nehmen, Entzündungsprozessen entgegenwirken und zu einem normalen Blutdruck beitragen. Alle diese Faktoren sind gut für unser Herz-Kreislauf-System und wirken vorbeugend.

MEDICOM: Omega-3-Fettsäuren sind auch für gesunde Hirn- und Nervenfunktionen wichtig. Können Sie ein Beispiel nennen?

Dr. Stefan Siebrecht: Ja, bei Übergewicht. Übergewichtige Menschen leiden häufiger an Heißhungerattacken, weil ihr Belohnungssystem im Gehirn besonders aktiv ist. Sie werden ständig aufgefordert, vor allem fett- und kohlenhydrathaltige Lebensmittel zu sich zu nehmen, um sich zu belohnen. Krillöl hat gezeigt, dass es eine beruhigende Wirkung auf das Belohnungssystem im Gehirn hat, wodurch diese Heißhungerattacken abgemildert werden können. Diese Wirkung wurde durch normales Fischöl nicht erzeugt. Ob man durch die Einnahme von Krillöl abnimmt, muss allerdings erst noch in Studien an Menschen belegt werden.

MEDICOM: Welche Einnahmeempfehlung gibt es für Krillöl-Kapseln?

Dr. Stefan Siebrecht: Es kommt immer auf die persönlichen Lebensumstände an. Bei Omega 3 aus Fischöl wird eine tägliche Dosierung von zwei Gramm empfohlen. Bei Krillöl gilt: „Weniger ist mehr“. Dadurch, dass die Omega-3-Fettsäuren in Krillöl an Phospholipide gebunden sind, sind sie bioverfügbarer, sie werden effizienter eingebaut und können vom Körper besser genutzt werden. Bei Krillöl reichen ein bis drei Kapseln à 500 Milligramm aus.

MEDICOM: Kann man den Bedarf an Omega-3-Fettsäuren auch durch einen vermehrten Fischverzehr decken?

Dr. Stefan Siebrecht: Im Prinzip ist das möglich. Dazu müsste man jedoch in erster Linie fettreiche Kaltwasserfische wie Lachs und Hering verzehren, und dies jeden zweiten oder zumindest dritten Tag. Für viele ist das aber nicht möglich und einige Menschen mögen auch keinen Fisch. Hier sind Krillölkapseln die einfachste und beste Alternative.

MEDICOM: Was ist, wenn jemand an einer Schalen- oder Krustentierallergie leidet?

Dr. Stefan Siebrecht: In diesen Fällen ist Vorsicht geboten. Es kommt darauf an, wie ausgeprägt die Allergie ist. Sollte sie nicht sehr ausgeprägt sein, könnte man eine Gabe in einer geringen Dosierung probieren, auf jeden Fall sollte man jedoch Rücksprache mit dem Arzt halten.

Vielen Dank für das Gespräch Herr Dr. Siebrecht.

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