Bild zeigt die unterschiedlichen Ölsaaten für Seed Cycling.
Hormontherapie durch Seed Cycling? Der gezielte Verzehr von Samen und Kerne soll auf den weiblichen Hormonzyklus wirken.

Unter Seed Cycling oder Seed Rotation versteht man eine natürliche Methode, um den weiblichen Hormonhaushalt zu stabilisieren. Der Verzehr bestimmter Ölsaaten nach einem bestimmten Zeitplan soll Frauen zu einem regelmäßigen Zyklus verhelfen, und damit zu weniger Müdigkeit und geringeren PMS-Beschwerden. Hier erfahren Sie mehr über die natürliche Hormontherapie.    


Inhalt dieses Beitrages:

  1. Wie kann sich hormonelles Ungleichgewicht äußern?
  2. Wie funktioniert Seed Cycling?
  3. Seed Cycling: Tag 1 bis 14 des Zyklus
  4. Seed Cycling: Tag 15 bis 28 des Zyklus
  5. Wie sollte ich die Samen und Kerne einnehmen?
  6. Was ist über die Wirkung bekannt?
  7. Fazit

Wie kann sich hormonelles Ungleichgewicht äußern?

Viele Frauen kennen das: Während des Menstruationszyklus kommt es zu hormonellen Schwankungen oder PMS (Prämenstruelles Syndrom). Dafür verantwortlich ist in der Regel vor allem ein Ungleichgewicht der Hormone Progesteron und Östrogen. Dies kann sich in zahlreichen unterschiedlichen Symptomen niederschlagen:

  • Stimmungsschwankungen, Niedergeschlagenheit
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Kopfschmerzen
  • Haarausfall
  • Akne und vermehrt Hautunreinheiten
  • Heißhungerattacken, vor allem auf Süßes, Salziges und Fettiges
  • Schlaflosigkeit und Einschlafprobleme
  • starke Regelschmerzen

Wie funktioniert Seed Cycling?

Die Idee hinter Seed Cycling ist nun, dass durch den Verzehr von Ölsaaten, wie Kürbiskernen, Leinsamen, Sesam und Sonnenblumenkernen der Stoffwechsel positiv angeregt wird. Durch die wertvollen Inhaltsstoffe der Samen sollen Botenstoffe reguliert und der Zyklus stabilisiert werden. Das Seed Cycling orientiert sich an den beiden Hauptphasen des weiblichen Zyklus und teilt sich deshalb in zwei Phasen auf.

Da die Länge des weiblichen Zyklus individuell schwanken kann, orientieren wir uns an der durchschnittlichen Länge von 28 Tagen. Die erste Hälfte startet mit dem Einsetzen der Periode und anschließend der Follikelphase. Die zweite Hälfte beginnt mit dem Eisprung (Ovulation) und setzt sich mit der Lutealphase fort. Der Zyklus endet mit dem Einsetzen der nächsten Regelblutung.

Seed Cycling: Tag 1 bis 14 des Zyklus

Die erste Phase der natürlichen Hormontherapie deckt sich mit der ersten idealtypischen Zyklushälfte. Jetzt reifen im Eierstock ein oder mehrere Eifollikel heran, bis die Phase mit dem Eisprung endet. Während dieses Zeitraums stößt die Gebärmutter ihre Schleimhaut ab (während der Regelblutung) und bildet die oberste Schicht neu. Dafür wird besonders viel Östrogen benötigt. Um den Körper dabei zu unterstützen, kann in dieser Phase der Seed Rotation täglich ein Esslöffel Kürbiskerne und Leinsamen verzehrt werden. Beide enthalten pflanzliche Hormone (Phytoöstrogene) in Form von Lignanen. Diese sekundären Pflanzenstoffe ähneln dem körpereigenem Östrogen und können dessen Ausschüttung stimulieren.  

Seed Cycling: Tag 15 bis 28 des Zyklus

Die zweite Phase der schonenden Hormontherapie dauert bis zum 28. Tag bzw. bis zum Einsetzen der nächsten Regelblutung. Diese zweite Hälfte des weiblichen Zyklus bezeichnet man auch als Lutealphase oder Gelbkörperphase. Jetzt spielt das Sexualhormon Progesteron die entscheidende Rolle, denn der Organismus benötigt davon eine erhöhte Dosis, um sich für das mögliche Einnisten der Eizelle in der Schleimhaut der Gebärmutter bereit zu halten. Um den Organismus zu unterstützen kann nun jeden Tag ein Esslöffel Sesam und Sonnenblumenkerne verzehrt werden. Die enthaltenen Vitalstoffe und sekundären Pflanzenstoffe regen nun die Ausschüttung von Progesteron an.

Wie sollte ich die Samen und Kerne einnehmen?

Die Ölsaaten sollten in beiden Phasen gut zerkleinert werden, denn nur so kann der Organismus die wertvollen Inhaltsstoffe der Kerne und Samen gut aufnehmen, anstatt sie im Ganzen wieder auszuscheiden. Am besten wird dafür ein Mixer genutzt. Die zerkleinerten Samen können anschließend über Müsli, Säfte, Oatmeal oder herzhafte Speisen gestreut werden. Auch in Smoothies schmeckt der Kernmix lecker. Besonders gut ist es aber, wenn die Samen einfach pur verzehrt und gründlich zerkaut werden. Das garantiert die beste Nährstoffaufnahme.


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Was ist über die Wirkung bekannt?

Es ist schon lange bekannt, dass die Inhaltsstoffe bestimmter LebensmitteI, den Hormonhaushalt beeinflussen können. Der Ernährungstrend Seed Cycling ist also an sich nichts Neues. Auch wenn es bisher keine wissenschaftliche Nachweis für die eindeutige Effektivität der Methode gibt, weisen doch verschiedene Studien darauf hin, dass z.B. die tägliche Einnahme von Leinsamen positive Auswirkungen auf das Verhältnis der Hormone Progesteron und Estradiol während der Lutealphase haben kann. Schaden kann die regelmäßige Einnahme der Samen und Kerne auf jeden Fall nicht. Vielmehr versorgen Sie sich damit auch noch mit Vitalstoffen wie Vitaminen, gesunden Fettsäuren (beispielsweise Omega-3-Fettsäuren in Leinsamen) und Mineralien. Anwenderinnen raten beim Seed Cycling übrigens zur Geduld: Nicht selten sollen sich die angenehmen Effekte – auch bei Endometriose oder PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom) – erst nach drei oder vier Monaten zeigen.

Fazit 

Seed Cycling oder Seed Rotation ist eine schonende Möglichkeit, sanft den weiblichen Menstruationszyklus zu regulieren. Auch wenn es hier noch keine eindeutigen wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt, berichten viele Frauen von den positiven Auswirkungen der natürlichen Methode. Der Körper profitiert in jedem Fall durch die wertvollen Inhaltsstoffe der Ölsaaten, wie beispielsweise Omega-3-Fettsäuren.

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