Lebensmittel mit Selen
Mit einer ausgewogenen Ernährung kann man den Selenbedarf abdecken. Besonders viel Selen ist in Paranüssen enthalten. Mit 2 Paranüssen am Tag bist Du gut mit Selen versorgt.

1817 entdeckte der schwedische Chemiker Jöns Jakob Berzelius ein bisher unbekanntes chemisches Element und benannte es nach der Mondgöttin Selene. Als Halbedelmetall kommt Selen in der Natur sowohl in organischen als auch in anorganischen Verbindungen vor. Pflanzen nehmen es aus dem Boden auf, während sich Tiere wiederum durch das Fressen von Pflanzen (oder anderen Tieren) mit Selen versorgen.

In einer US-amerikanischen Publikation konnten die Mediziner Karl Schwarz und Calvin M. Foltz 1957 nachweisen, dass Selen für menschliche und tierische Organismen lebensnotwendig ist. Seitdem gewinnt das essentielle Spurenelement zunehmend an Bedeutung.

Auf die Böden kommt es an

Die Konzentration des Selens im Boden ist vor allem abhängig von der Auswaschung durch glaziale Erosion. Das bedeutet grob gesagt die Zersetzung von Gletschern durch Schmelzwasser auf einem Gletscherbett von Gestein. Deshalb ist der Selengehalt in europäischen Böden deutlich geringer als in den USA, aber im Schnitt höher als in China. Forscher nehmen an, dass er durch den Klimawandel noch weiter zurückgeht. Aus diesem Grund setzt man dem Tierfutter in der Landwirtschaft seit über 20 Jahren Selen in Form von Natriumselenit oder –selenat zu.

Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, profitieren nicht von diesem Futterzusatz und sind in Europa tatsächlich eher durch einen Selenmangel gefährdet. Paranüsse enthalten zwar viel Selen, doch sollte man beim Verzehr aufpassen. Paranüsse enthalten natürliche Radioaktivität. Zwei Paranüsse pro Tag sind laut Bundesamt für Strahlenschutz für die Gesundheit unbedenklich. Der Selengehalt in den Paranüssen beträgt laut DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. in Bonn) bei 25 Gramm (etw. 6 Stücke) 63,5 Mikrogramm Selen. Bei übermäßigem Verzehr von Paranüssen sollte man deswegen aufpassen.

Gefahren eines Mangels an Selen

Laut einer Studie nehmen die Deutschen im Schnitt 40 Mikrogramm Selen pro Tag zu sich. Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung als angemessen bezeichnete Tagesdosis liegt allerdings für Frauen bei 60 Mikrogramm, bei Männern sind es sogar 70. Dennoch ist ein ausgeprägter Selenmangel hierzulande bei gesunden Menschen, die sich abwechslungsreich ernähren, eher selten. Gefährdet sind vor allem Veganer, Menschen mit einem bestimmten Gendefekt, Dialysepatienten, Menschen mit Essstörungen (Bulimie oder Magersucht) sowie mit Krankheiten, die die Nährstoffaufnahme im Darm beeinträchtigen.

Zu den Symptomen eines Selenmangels zählen eine stark erhöhte Infektanfälligkeit, Unfruchtbarkeit (beim Mann) und Muskelschwäche. Aber auch Haarausfall, trockene Haut und Veränderungen der Finger- und Zehennägel können Hinweise auf eine Unterversorgung sein. Im Zweifelsfall hilft eine Blutprobe beim Arzt, um die Höhe des Selenspiegels zu ermitteln.

Wichtiger Baustein für den Organismus

Selen ist in allen Zellen des Körpers vorhanden. Als Baustein der Aminosäure Selenocystein ist das Spurenelement ein Bestandteil von rund 25 wichtigen Enzymen. Zu diesen zählen die Glutathion-Peroxidasen, die eine essenzielle Rolle in der Abwehr von schädlichen Sauerstoffradikalen spielen. Selen unterstützt Haare und Nägel und spielt für Schilddrüsenhormone und männliche Spermien eine Rolle. Darüber hinaus gilt das Mikroelement als immunregulierend. Es hilft also dabei die Abwehrkräfte des Körpers gegen fremde Erreger aufrecht zu halten und überschießende Immunreaktionen zu vermeiden, wie sie bei Allergien üblich sind.

Mythen über Selen

Lange hielt sich die Vorstellung, dass Selen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen kann. Zwar könnte das Spurenelement als starkes Antioxidans indirekt auch einen gewissen Schutz vor kardiovaskulären Krankheiten bieten, aber Studien haben keinen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Selen und der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen feststellen können. Eine starke Überdosierung (über 300 Mikrogramm am Tag) kann zu einer sogenannten Selenose führen. Dieses Krankheitsbild zeichnet sich durch Magen-Darm-Probleme, Gelenk- und Zahnschmerzen sowie neurologische Störungen aus.

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