frau im wald
Lass die Seele baumeln. In der Natur geht das hervorragend

Waldbaden – das klingt nach Bäume-Umarmen und esoterischen Feentänzen. Tatsächlich verbirgt sich hinter dem Begriff eine wissenschaftlich erwiesene Methode, auf mehreren Ebenen etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Dabei ist die sogenannte Waldmedizin eine Spielart der Naturtherapie und wird heutzutage auch oft im Zusammenhang mit Ökopsychosomatik und Umweltmedizin erwähnt. Hier erfährst Du mehr über das bewusste Eintauchen in die faszinierende Welt der Wälder.  

Viele Jahrtausende lang war die Erdoberfläche von deutlich mehr Wald bedeckt als heutzutage. Die Menschen streiften durch riesige Waldgebiete, lebten von Pflanzen, Früchten und Tieren, schliefen auf oder unter Bäumen und fanden hier Wasser und Brennholz. Es kann gut sein, dass sich in unserem Erbgut noch etwas wie eine Erinnerung an diese langen Zeiträume der Menschheitsgeschichte befindet, und dass es so etwas gibt wie eine „genetische Sehnsucht“ nach Waldaufenthalten. Laut der Biophilie-Hypothese (Biophilie bedeutet „Liebe zum Leben“) wohnt uns Menschen eine Neigung inne, den Kontakt zur Natur und anderen Lebensformen zu suchen und als heilsam zu erleben.

Die japanische Art der Gesundheitsvorsorge

Ursprünglich stammt das Waldbaden aus Japan. Dort nennt es sich Shinrin Yoku (frei übersetzt: „ein Bad in der Atmosphäre des Waldes nehmen“.) Japanische Wissenschaftler hatten über die gesundheitsfördernden Aspekte von Waldaufenthalten geforscht und etliche ermutigende Ergebnisse ans Licht gebracht. So konnten sie belegen, dass der Verbleib in Wäldern unter anderem hohen Blutdruck senken und Stresshormone reduzieren kann. Auch das Immun- sowie das Herz-Kreislaufsystem können von dieser Sonderform der Naturtherapie profitieren. In den 1980ern legte die staatliche japanische Forstbehörde ausgehend von diesen Forschungsergebnisse nahe, Waldausflüge als Mittel der Vorsorge in den Lebenswandel zu integrieren. Mit großem Erfolg! Heute betreiben viele Japanerinnen und Japaner aktiv Shinrin Yoku, auch als Stress-Management-Methode, denn das bewusste Erfahren des Waldes mit allen Sinnen gilt auch als Prävention gegen Burnout und soll heilsam bei Ängsten, Wut und Depressionen wirken.  

Das Besondere am Waldinnenklima

Da Bäume Wasser verdunsten und ihre Kronen das Sonnenlicht abschirmen herrschen im Wald kühlere Temperaturen bei gleichzeitig höherer Luftfeuchtigkeit. Ein großer Baum verdunstet an einem warmen Tag bis zu 200 Liter Wasser. Außerdem wandeln Bäume CO2 in Sauerstoff um und produzieren obendrein ätherische Öle, die für die Atemwege sehr wohltuend sein können. Die Stoffwechselprodukte eines Baumes werden auch Phytonzide genannt. Diese Stoffe können sehr unterschiedlich sein, gemeinsam ist ihnen aber, dass sie gegen Krankmacher, sogenannte Pathogene wirken. Auch sollen sie einen ausgleichenden Effekt auf den menschlichen Organismus haben, während die vielen grünen Farbtöne im Wald von Farbpsychologen als beruhigend eingeschätzt werden. Außerdem soll ein stimulierender Impuls auf das Immunsystem soll durch die Nähe zu Bäumen ausgelöst werden.

Und wie geht Waldbaden?

Natürlich gibt es längst deutschsprachige Bücher zu dem Thema. Im Internet findest Du nach Eingabe des Suchbegriffs auch Kursangebote und Seminare, die Dich beim Waldbaden anleiten. Im Prinzip kannst Du aber auch auf eigene Faust Deine Auszeit zwischen Bäumen gestalten. Du brauchst lediglich die Muße und Achtsamkeit, Dich auf Deine Umgebung mit möglichst vielen Sinnen einzulassen.

Wie riecht die Luft? Wie fühlt sich die Rinde eines Baumes oder der Waldboden unter Deinen nackten Füßen an? Welche Geräusche kannst Du hören? Blätterrauschen? Knacken im Unterholz? Vogelrufe? Wie viele Grüntöne kannst Du unterscheiden? Was siehst Du, wenn Du längere Zeit still an einem Ort bleibst und die Gegend beobachtest, als wärst Du ein Raubtier? Du kannst Deinen Ausflug in den Wald auch mit einer Meditation oder Visualisierung verbinden, oder singen. Wenn Du wie ein Kind beginnst, die Zeit zu vergessen und Dich in spielerischem Erkunden und Erforschen verlierst – dann bist Du mitten im Waldbaden.

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