stressmanagement
Chronischer Stress schadet unserem Körper. Stress erkennen und Kraftquellen zur Regeneration finden, ist eine tägliche Aufgabe für unser Wohlbefinden

Stress lass nach. Wenn man sich chronisch gestresst fühlt, brauchen wir Unterstützung. Dr. med Sarie Ann Haisch, Psychiaterin und Psychotherapeutin, gibt die besten Expertentipps wie Stressmanagement aussieht.


Zucker oder Cashewkerne? Was ist besser für unser geistiges Wohlbefinden? Dr. Haisch klärt auf.
Wie erkenne ich meinen Stresslevel? Und welchen Stressausgleich gibt es? Frau Dr. med. Sarie Ann Haisch erklärt die Zusammenhänge.

Zur Person:

Frau Dr. med. Sarie Ann Haisch ist niedergelassene Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie im Areion Kompetenzzentrum in Neu-Ulm mit dem Schwerpunkt der Behandlung von stressassoziierten Erkrankungen. Zuvor arbeitete sie in diversen stationären Einrichtungen, z.B. der Universitätsklinik Ulm, dem Sanatorium Kilchberg in der Schweiz sowie im Zentrum für Psychiatrie in Ravensburg. Zudem absolvierte sie am CIP München eine Ausbildung zum Business Coach. Neben ihrer therapeutischen Tätigkeit bietet sie Seminare und Workshops für Unternehmen an. Zu ihren Schwerpunktthemen gehören Burnout-Prävention, gesunde Mitarbeiterführung sowie Stärkung der Resilienz.


Inhalt dieses Beitrags:

  1. Wie erreiche ich Balance im Alltag?
  2. Welche Kraftquellen gibt es?
  3. Wie erkenne ich exogene Stressoren und endogene Stressoren?
  4. Wie können pflanzliche Präparate, Vitamine & Co. bei Stress unterstützen?
  5. Fazit

Wie erreiche ich Balance im Alltag?

Wichtig ist im Allgemeinen, dem Körper ein Gleichgewicht zwischen Aktivierung und Regeneration zu ermöglichen. Häufig ist es im Alltagsleben jedoch so, dass wir ohne Verschnaufpausen durch die Woche „hetzen“. Dann verlangen wir am Wochenende von unserem Körper, dass er „schnell“ abschaltet und die Akkus wieder aufgeladen werden. Dies ist aber leider unrealistisch, da der Wechsel zwischen Aktivierung und Regeneration an sich an jedem Tag stattfinden sollte.

Welche Kraftquellen gibt es?

Ich bespreche daher immer mit meinen Patienten, wie wichtig es ist, die persönlichen Ressourcen (Kraftquellen) zu kennen und zu pflegen. Diese kann man in 3 Bereiche unterteilen. Zum einen sind es die „WAS-Ressourcen“ (Welche Tätigkeiten geben mir Kraft, wobei kann ich abschalten?). Es gibt die „WO- Ressourcen“ (Welche Orte tun mir gut?) und die „WER-Ressourcen?“ (Welche Personen tun mir gut?).

Die Psyche funktioniert nämlich im Endeffekt ähnlich wie ein Akku. Man muss ihn regelmäßig aufladen, damit er die gleichbleibende Leistung erzielen kann, und genau hierfür ist die Ressourcen Pflege wichtig. Diese werden jedoch von den meisten Personen gerade in Phasen der erhöhten Stressbelastung vernachlässigt, da sie nicht „unbedingt nötig“ sind, hieraus kann ein Teufelskreis entstehen. Einen besonders hohen Stellenwert hat hier auch der Faktor der regelmäßigen Bewegung, da hierdurch aktiv Stresshormone abgebaut und Glückshormone ausgeschüttet werden.

Wie erkenne ich exogene Stressoren und endogene Stressoren?

Selbstverständlich ist es ebenso wichtig, nach den Ursachen für die erhöhte Stressbelastung zu forschen. Liegen diese eher in den Umgebungsbedingungen (man spricht von „exogenen Stressoren“) oder eher in der Person selbst („endogene Stressoren“)? Hier kann es sicher sinnvoll sein, auch eine professionelle Beratung/Coaching/Therapie mit einzubeziehen, um die Stressoren genauer zu analysieren und natürlich wenn möglich zu ändern. Häufig zeigt sich nämlich die Veränderung der „inneren Antreiber“ wie z.B. ein erhöhter innerer Leistungsdruck oder das Bedürfnis allen zu gefallen als recht hartnäckig und bedarf daher etwas „Training“….

Wie können pflanzliche Präparate, Vitamine & Co. bei Stress unterstützen?

Bei chronischer Stressbelastung kann es je nach Schweregrad der Symptome vorübergehend auch sinnvoll sein, eine medikamentöse Unterstützung hinzuzufügen, um das vegetative Stressnervensystem etwas zu beruhigen. Dies kann zum einen durch pflanzliche Präparate geschehen, welche zumeist auf einer Basis von Hopfen, Baldrian, Melisse oder Lavendel beruhen oder bei schwereren Symptomen auch auf chemischer Basis, wobei hier natürlich immer ein Fachmann zur Rate gezogen werden muss, der die individuelle Situation einschätzen kann.

Präventiv ist es sicher sinnvoll, dem Körper gerade in Stressphasen eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D, B12 sowie Magnesium zu gewährleisten. Auch hier ist aber ein vorheriger Bluttest durch den Hausarzt zur Feststellung des ist-Zustandes sinnvoll, bevor eine Substitution begonnen wird.

Fazit

Bei chronischer Stressbelastung geht es darum, den Körper und Geist im Alltag regelmäßig zu entlasten, zu regenerieren und wieder neu aufzutanken. Dafür gibt es verschiedene Kraftquellen, die WO-Ressourcen, die WAS-Ressourcen und die WER-Ressourcen. Auch die Erkenntnis, was Stress auslöst, ist wichtig. Hier wird von exogenen und endogenen Stressoren gesprochen. Für den Stressausgleich ist regelmäßige Bewegung wichtig. Unterstützen können pflanzliche Präparate sowie bestimmte Vitamine und Magnesium bieten.

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Miniserie im Online-Magazin zu Ernährung, Psyche und mentaler Gesundheit mit Psychiaterin Dr. med Sarie Ann Haisch

Zusammen mit Frau Dr. med. Sarie Ann Haisch wird Medicom in einer Miniserie die Wechselbeziehung zwischen Ernährung und mentaler Gesundheit erklären und einfache Gesundheits- und Ernährungsratschläge geben. Damit kann jeder für sich individuell Tipps und Ratschläge lesen und anwenden. Das ersetzt nicht den Besuch beim Facharzt und Fachärztin. Es ist ein guter Ansatz sich zu informieren, zu motivieren und Möglichkeiten zu finden, die mentale Gesundheit durch die richtige Ernährung zu stärken. So sorgt man aktiv für das eigene Wohlbefinden.


• Wollen Sie mehr zum Thema lesen? Zum Beispiel, wie ich Frühwarnzeichen für Stress erkenne? Oder wie das Essen unsere Psyche beeinflusst? Geschrieben von unserer Expertin Dr. med Sarie Ann Haisch
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