Minze: ein erfrischend vielseitiges Kraut

Die Pfefferminze (Mentha piperita) ist eine bekannte und beliebte Heilpflanze mit einem breiten Wirkungsspektrum. Der englische Biologe John Ray identifizierte das Kraut 1696 in seinem Garten und zeigte sich beeindruckt von seiner heilkräftigen Wirkung. 2004 wurde die Pfefferminze zur Arzneipflanze des Jahres gekürt.

 

Was genau ist Pfefferminze?

Minzen sind vorrangig auf der Nordhalbkugel beheimatete Kräuter aus der Familie der Lippenblütengewächse. Unter den rund 30 Arten ist bei uns vor allen Dingen die Pfefferminze bekannt und beliebt. Nach der Blütezeit werden die beim Zerreiben aromatisch riechenden Blätter des zwischen 30 und 90 Zentimeter hohen Strauches geerntet und wahlweise getrocknet oder frisch verarbeitet. Pfefferminzsträucher wachsen sowohl wild als auch in Gärten kultiviert. Sie bevorzugen feuchte Stellen und sind an ihren lilafarbenen Blüten, den behaarten Stielen und am oberen Rand gezähnten Blättern zu erkennen. Vermutlich ist die Pfefferminze als zufällige Kreuzung zwischen der Bach- und der Waldminze entstanden.

 

Was ist das Besondere an Pfefferminze?

Die Minze ist ein vielseitig verwendbares Heilkraut. Ihre Inhaltsstoffe wirken krampflösend, schmerzlindernd und beruhigend. Aus ihrem ätherischen Öl lässt sich Menthol gewinnen. Neben den bereits genannten Wirkungen hat Menthol einen angenehmen Geschmack, fördert die Durchblutung, hemmt Entzündungen, desinfiziert und kühlt.

 

Verwendung von Minze

Vor allem bei Magen-Darm-Beschwerden schätzt man die wohltuende Wirkung der Minze. In der Regel wird Minze als Tee gereicht, wobei wahlweise die getrockneten oder frischen Blätter mit heißem Wasser aufgebrüht werden. Minze ist aber auch als Öl im Japanischen Heilpflanzenöl enthalten und wird in dieser Form bei Atemwegsbeschwerden inhaliert, Tees zugesetzt oder bei Hautjucken, Kopf-, Glieder-, Nerven- oder Muskelschmerzen auf die Haut aufgetragen. Das Öl verwendet man außerdem bei Blähungen, funktionellen Magen-, Darm- und Gallenbeschwerden. Laut Studien soll der Einsatz von Minze auch bei Herpes oder dem Reizdarmsyndrom Linderung verschaffen.

 

Was sind die wichtigsten Inhaltsstoffe der Minze?

Die Pfefferminze weist in ihren Blättern einen besonders hohen Gehalt an Menthol auf. Zusammen mit den anderen Wirkstoffen des Minzkrautes (vor allem Flavonoide sowie Gerb- und Bitterstoffe) hat dieses ätherische Öl eine ganze Reihe von guten Effekten auf das Wohlbefinden.

 

Woher stammt der Name der Minze?

Der Name „Minze“ (mittelhochdeutsch minz, althochdeutsch minza, englisch mint) ist von dem lateinischen Wort menta entlehnt, das wiederum auf die griechische Nymphe Minthe zurückgeht. Der Sage nach verließ Hades hin und wieder die Unterwelt, um schönen Nymphen nachzustellen. Einmal traf er dabei auf die Nymphe Minthe und blendete sie mit dem Glanz seines goldenen Wagens. Bevor er jedoch zudringlich werden konnte, verwandelte Persephone, die unfreiwillige Gattin des Hades, Minthe in ein duftendes Kraut – die Minze.

 

Die Minze als Küchenkraut

Die aromatische und heilkräftige Minze existiert in großer Vielfalt. So gibt es neben der bekannten Pfefferminze noch etliche andere Arten wie beispielsweise die Marokkanische Minze, die Thai-Minze, die Multimenthaminze sowie die nach ihrem jeweiligen Duft benannten Schoko-, Erdbeer- und Zitronenminzen. So ergeben sich etliche kulinarische Einsatzmöglichkeiten. Manche kennen die Mojito-Minze aus dem gleichnamigen Cocktail, andere haben schon einmal einen englischen Minzpudding oder Lamm in Minzsoße gegessen. In Griechenland werden Salate mit frischer Minze gewürzt, in Indien findet man das Kraut in einigen Currygerichten wieder.

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