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Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) ist aus der deutschen Landschaft nicht wegzudenken. Gerade von Mai bis Juli in der Blütezeit, wenn die weißen Blüten ihren süßlichen Duft verbreiten, prägt er das Landschaftsbild von Gärten, Auenwäldern, Lichtungen und Feldwegen. Und wenn im Spätsommer die Holunderbeeren reifen, stehen diese bei Vögeln ganz oben auf dem Speiseplan.

 

Der Holunder ist weitläufig verbreitet und gehört heute zu den häufigsten Sträuchern in Mitteleuropa. Doch seine Ausbreitung hat auch kulturhistorische Gründe. Schon die Germanen glaubten, dass die Göttin Freyja im Busch wohne. Sie galt als Beschützerin von Haus und Hof. Daher wurde der Strauch, der meist in Hausnähe stand, nicht gefällt. Eine Art altertümlicher Alarmanlage. Und wenn es um die bevorstehende Ernte ging, so gab der Zustand des Holunders darüber Auskunft, ob diese üppig oder karg ausfallen würde. Je mehr Blüten gezählt wurden, desto besser sollte die Ernte werden.

 

Was ist der Schwarze Holunder und wo findet man ihn?

Der Holunder ist ein Strauch oder kleiner Baum, der bis zu acht Meter hoch werden kann. Er gehört zur Familie der Moschuskrautgewächse. Man findet ihn in ganz Europa, aber auch in West- und Mittelasien sowie in Nordafrika. Er kann durch seine Frosthärte auch kalte Winter überstehen, selbst bis in die mittleren Alpengebirgslagen hinauf. In Österreich ist er besonders häufig vorhanden. In der Steiermark wird er traditionsgemäß angebaut.

 

Holunder als Heil- und Nutzpflanze

Holunder wird sowohl als pflanzliches Heilmittel als auch als Lebensmittel genutzt. Bereits die Griechen wussten, dass die Beeren des Strauchs die Nierentätigkeit anregen und harntreibend wirken. Das war bei Infektionen der Harnwege nützlich, da so die Keime leichter ausgespült werden konnten. Wirklich medizinisch genutzt wurde die Pflanze aber erst seit circa 250 Jahren. Sie wurde fortan bei Fieber und Erkältungskrankheiten eingesetzt. Volksmedizinisch war Holunder auch ein Hausmittel gegen Ischias und Neuralgien. Doch auch der Nutzwert war beträchtlich. Wegen des hohen Anthocyanidingehaltes wurden die Beeren zum Färben von Haaren, Leder und Wein genutzt. Nach Erhitzung können sie auch als Holunderbeerensaft, Holundermarmelade, Holunderbeeren Chutney oder Wein genossen werden. Das kalt gepresste Holunderöl aus den Samen verwendet man bis heute in der kosmetischen Industrie. Kulinarisch werden die Holunderblüten für Pfannkuchen verwendet. Auch bei der Sekt- bzw. Limonadenherstellung ist das Aroma der Blüten sehr beliebt.

 

Mythos Holunderbeere: Was ist dran?

Die erhitzten reifen Beeren sind für die Gesundheit förderlich. Sie enthalten Flavonoide, Anthocyanidine, ätherisches Öl, Fruchtsäuren, reichlich Vitamin C und B-Vitamine.

 

Wofür wird Holunder verwendet?

Schwarze Holunderbeeren werden bis heute als leichtes Abführmittel, als harntreibendes Mittel bei Blasen- oder Nierenproblemen, bei Durchfall und bei Erkältungskrankheiten eingesetzt. Sie regen die Nierentätigkeit an und helfen bei der Entgiftung des Körpers. Außerdem stärkt der hohe Anteil an Vitaminen und Antioxidantien das Immunsystem und die Sehkraft auf natürliche Weise.

 

Aufpassen bei rohen Holunderbeeren

Der Verzehr von rohen oder ungenügend erhitzten Holunderbeeren kann zu Übelkeit und Erbrechen führen.